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Schöpfung

Konkordante Analyse des Berichts über die Schöpfung 1.Mose 1 (Genesis 1)

Konkordant bedeutet „übereinstimmend“. In diesem Fall ist es das Bestreben, die Bedeutungen der Grundtextworte zu finden, die im Bibeltext tatsächlich gemeint sind. Dazu werden sämtliche Vorkommen des Begriffs analysiert und somit die Bibel mit sich selbst ausgelegt. Es ist eine Arbeit, die der eines Archäologen ähnelt, der Schicht für Schicht Verkrustungen abträgt, bis er endlich den Schatz in Händen hält.

Die Anwendung dieser wissenschaftlichen Methode ist heutzutage durch Werkzeuge wie guter Bibelsoftware (z.B. ISA) oder entsprechender Internetseiten jedem Bibelleser möglich. Natürlich leistet auch eine ausführliche klassische Konkordanz gute Dienste, die alle biblischen Begriffe mit Vorkommen auflistet. Für die folgende Analyse wurde hauptsächlich die hervorragende, leider nur englischsprachige Internetseite blueletterbible.org verwendet, die das auch leistet. Jeder Begriff des Grundtextes ist dort zusätzlich mit einer Definition versehen und wird mit der sog. Strong-Nummer eindeutig identifiziert.

Dieses Prinzip kann man auch auf jeden anderen Bibeltext anwenden.

Inhalt:

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Himmel

Licht

Land/Meer

tohu wa bohu

Tag/Nacht

Atmosphäre

Pflanzen

tehom

Tag 4

Tag 5

Tag 6

Tag 7

Leuchten

Wassertiere

Landtiere

„Ruhetag“

Menschen

 

Fazit

 

Internetseiten

 

Bücher

1.Mose 1,1

Zu Anfang schuf (bara) Elohim die Himmel und die Erde.

Alles hatte einen Anfang! Dies zu behaupten, war in der Wissenschaft bis in die 1960er Jahre ketzerisch, es herrschte die „Steady State Theorie“ vor. Man stellte sich das Universum als riesiges Uhrwerk vor, dessen Räder sich schon ewig drehten. Auch die meisten Philosophen, wie die griechischen, meinten, dass die Erde immer schon existierte. Mittlerweile ist Stand der Wissenschaft: Es gab einen Anfang und einen Zustand ohne Universum und Zeit. Die Bibel spricht von einem Zustand „vor den Äonen (d.h. Weltzeitaltern)“, siehe 1.Kor. 2,7; 2. Tim. 1,9 und Titus 1,2. Durch Christus wurden die Äonen erst gemacht (Heb. 1,2). Vorher gab es schwarzes Nichts – bis auf Gott.

Die Wissenschaft hat dies erkannt, weil sie festgestellt hat, dass das Weltall immer größer wird, folglich muss es mal in einem Punkt angefangen haben. Die Bibel hat schon längst beschreiben, dass der Sternenhimmel sich immer weiter ausdehnt (H 5186, natah), z.B. in Jes. 40,22; 42,5-8; 44,24; 45,12, Hiob 9,8, Jer. 10,12.

Für die Tätigkeit des Erschaffens ohne Ausgangsmaterialien steht hier im Hebräischen das Wort bara, das nur 47mal im AT vorkommt und immer ein Handeln Gottes beschreibt. „asah“ dagegen, im Sinne von „erschaffen“ oder „machen“ übersetzbar, betont das Verändern von Vorhandenem, was auch Menschen können. Auch hier ist wichtig, unterschiedliche Begriffe möglichst unterschiedlich zu übersetzen, also konkordant.

Der Titel Elohim (ÄloHim) steht in der Mehrzahl. Die übliche Vorstellung, dass Gott einsam das Wort „es werde“ ausgesprochen hat, entspricht nicht Seinem Wort. Dann müsste der Titel nur „Al“ sein. Er wirkte hier durch Seinen Sohn: „Nur Einer ist Gott, der Vater, aus dem das All ist (und wir sind zu Ihm hingewandt), und nur Einer Herr, Jesus Christus, durch den das All geworden ist und wir sind es durch Ihn (1.Kor. 8,6). Das All ist zwar materiell „ex nihilo“ (aus dem Nichts) entstanden, aber aus Gott und durch Christus.

Interessant ist, dass der Himmel vor der Erde genannt wird. Im Hebräischen gibt es keinen Begriff für das Universum. Deshalb wird „Himmel“ auch für das Weltall verwendet (siehe auch Jes. 40,26Jes. 42,5; 104,2-5, Jer. 33,22, Neh. 9,6). Mit diesem Vers wird also die Erschaffung des Kosmos beschrieben, wie auch der Zeit. Der Beginn von allem, was wir kennen.

Die Wissenschaft kann aufgrund der Singularität, der Einmaligkeit des Ereignisses, nur spekulieren, wie dies abgelaufen sein könnte.

Helfen könnte hier das Neue Testament (NT): Im Zusammenhang mit der Schöpfung wird im NT der Begriff „kata-bole des kosmos“ verwendet (Heb. 4,3; Joh. 17,24; Eph. 1,4 usw.). Die wörtliche Übersetzung lautet nicht „Grundlegung“, wie meist übersetzt, sondern „Herabwurf“ (Strong G2609 , bzw. G2596+G906). Das Verb „ballo“ (werfen) steckt beispielsweise in dem Begriff „Ballistik“. „Kata“ bedeutet „herab“. Es handelt sich also um einen sehr dynamischen Vorgang (2. Kor. 4,9; Offb. 12,10), eine gerichtete Wurfbewegung oder ein Strahl.

Dies könnte die „kosmologische Inflation“ beschreiben, eine rasche Expansion ausgehend von einem punktförmigen Zustand, einem Energie- oder Kraftzentrum.

Naturwissenschaftlich völlig unerklärlich ist, wie dieser Energietropfen des Urknalls entstanden sein könnte. Der 1. Hauptsatz der Thermodynamik stellt fest: Energie geht nie verloren, sondern kann nur die Form ändern. Energie kann auf der anderen Seite auch nicht neu entstehen oder sich vermehren. Sie muss also zwingend erschaffen worden sein!

Das griechische kosmos hat auch die Bedeutung von Geschmücktem, System, Ordnung. Die Naturwissenschaften wissen aber eigentlich, dass Ordnung nicht von selbst entstehen kann, im Gegenteil: Der sog. „Satz der Entropie“ sagt, dass in einem System, das sich selbst überlassen bleibt, der Ordnungsgrad immer weiter abnimmt, bis hin zum Chaos.

Unser Kosmos ist aber in erstaunlicher Weise geordnet: Die Sonne im Mittelpunkt, die Planeten umrunden die Sonne in der gleichen Richtung, und das fast in einer Ebene. Ihre Abstände von der Sonne folgen einem eigenartigen Gesetz (Titius-Bode-Reihe). Wäre die Umlaufbahn der Erde auch nur 1,5% enger, wäre die Temperatur zu hoch und ein Leben bereits nicht mehr möglich. Ein Bündel von physikalischen Werten muss also ganz exakt erfüllt sein, damit die Entstehung des Kosmos denkbar ist [BB]. Wäre die Materiedichte im Urknall nur um den zehn-hoch-vierzigsten Teil größer gewesen, wäre das Universum in kurzer Zeit wieder kollabiert. Der Atomkern unserer Elemente wird aus Neutronen und Protonen gebildet. Wenn die Masse des Neutrons auch nur um ein Siebenhundertstel größer wäre, gäbe es keine Kernfusion mehr, die die Energiequelle der Sonne und damit unseres Lebens ist. Wäre außerdem die Schwerkraft, die schwächste aller Naturkräfte, nur ein wenig stärker, so hätten sich weder Sonne noch Planten bilden können; das Weltall wäre schon bald nach dem Urknall in sich zusammengestürzt.

Das sind nur wenige Beispiele.
Die Wissenschaft weiß heute mehr denn je: Die Entstehung des Weltalls war äußerst unwahrscheinlich [BB]. Hier ist deutlich ein Plan, ein Ziel und  ordnendes Handeln erkennbar. Es setzt schon sehr viel blinden Glauben voraus, diese „Feinabstimmung“ des Universums dem reinen Zufall zuzuschreiben.

Die meisten Wissenschaftler gehen im Moment davon aus, dass das Universum 13,6 Milliarden Jahre alt ist. Die Bibel trifft dazu keine Aussage.

Es ist übrigens kein Wunder, wenn ein Mensch des Mittelalters die Worte der Bibel so interpretiert hat, das die Erde fix und fertig erschaffen worden sein musste. Es war damals einfach nicht vorstellbar, dass sich die Erde und das gesamte Universum aus einer
punktförmigen Kraftquelle entwickelt haben könnte. Heute, dank der Wissenschaft, fällt uns das etwas leichter.

In Vers 1 wurde also auch die Erde geschaffen, denn in Vers 2 wird sie als vorhanden vorausgesetzt. Die weitere Betrachtung verengt sich nur auf die Erde:

1.Mose 1,2a

… und die Erde war (hayah)tohu wa bohu“.

Was bedeutet tohu wa bohu? Durch den Vergleich aller Vorkommen kann erkannt werden, dass damit geistige und geistliche Ödnis, oft verbunden mit materieller Leere, bezeichnet wird. Die Erde war also noch lebensfeindlich und es gab auf ihr auch noch niemanden, der Gott erkennen konnte.

Aber so sollte es nicht bleiben:
Während alle anderen Sterne und Planeten in diesem Zustand des Seelenlosen und Unbelebten stehen bleiben, wurde nur die Erde mit dem Ziel der Bewohnbarkeit geschaffen, wie Jesaja 45,18 beschreibt:

Denn so spricht der HERR, der die Himmel geschaffen (bara) hat – er ist Gott -, der die Erde gebildet (yatsar) und sie gemacht (asah) hat – er hat sie gegründet, nicht um Öde (tohu) zu bleiben, hat er sie geschaffen (bara), sondern zum Bewohnen hat er sie gebildet (yatsar).

Die sogenannte Lückentheorie meint dagegen, diese Stelle sage aus, dass durch ein nicht beschriebenes Gericht Gottes über nicht beschriebene Wesen wegen nicht beschriebener Vergehen die Erde erst zu einem Tohu wa bohu geworden („wurde“ ist eine Übersetzungsvariante von hayah, siehe Link) sei. Vorher so folgert man, sei sie in einem ebenfalls nicht beschriebenen höher entwickelten Zustand gewesen. Da der spekulative Anteil dieser Theorie jedoch sehr hoch scheint, wird sie nicht weiter betrachtet.

Die Betonung des Zustands zu Anfang weist statt dessen auf das große Ziel hin, das in 1. Kor. 15,28 beschrieben ist: Gott war einst „Nichts in Niemandem“, wird aber einmal „Alles in Allen“ sein.

Interessant ist auch, dass in Hiob 26,7 festgestellt wird, dass die Erde im Nichts (hebräisch belimah) aufgehängt ist. Somit wurde sehr treffend beschrieben, dass Planeten durch unsichtbare Kraftfelder gehalten werden.

Mit welcher Form wird die Erde in der Bibel beschrieben? In Sprüche 8,27; Hiob 8,27; 22,14; 26,7 und Jesaja 40,22 wird dazu der Begriff chug als Substantiv oder Verb verwendet, meist ungenau mit „Kreis“ übersetzt. Tatsächlich aber beschreibt es eine Kugelschale bzw. die Umgürtung einer Kugel und nicht etwa eine Scheibe [KC, S. 459].

Je tiefer man in die Grundtexte einsteigt, desto deutlicher wird, dass die Erde und das Universum so beschrieben worden sind, wie sie tatsächlich aussehen und nicht, wie das Weltbild zur Zeit der Niederschrift aussah.

Die Wissenschaft nimmt an, dass der Planet Erde vor rd. 4,7 Mill. Jahren entstanden ist. Es ist nicht erkennbar, dass der Bibeltext dem widerspricht.

1.Mose 1,2b

Und Finsternis war auf der (Ober)Fläche der Tiefe (tehom).

von J.D. Griggs edit by User:Mbz1 (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
Er erhärtet die Fontänen der Tiefe (tehom): Magmaausstoss auf Hawaii

Finsternis ist in erster Linie buchstäblich zu sehen. Die Schicht über der Erdkruste war noch so voller Abgase und Ausdünstungen, dass die Erdkruste im Finsteren lag.

Es könnte aber außerdem auch eine Andeutung auf das Böse sein. Jes 45,7 schreibt nämlich von einem weiteren Schöpfungsakt (bara!)

Ich […] erschaffe (bara) das Finstere, […] erschaffe (bara) das Böse„, weiter „Ich erschuf (bara) auch den Verderber, um zu verheeren“ (Jes. 54:16).

Diese Böse war auch „von Anfang an“ da, in auffallend ähnlichem Sprachgebrauch wie in 1. Mose 1,1 heißt es: „der Widerwirker sündigte von Anfang an“ (1. Joh. 3,8). Und außerdem war er „ein Menschentöter von Anfang an und hat nicht in der Wahrheit gestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist“ (Joh. 8,44). Damit ist auf jeden Fall klar: Das Böse wurde so, wie es ist, erschaffen, was auch anderen Aussagen der Bibel entspricht.

Tehom (Strong H8415) ist etwas „sich geräuschvoll in Bewegung Befindliches“. Das entsprechende Verb „hum“ (Strong H1949) bedeutet unruhig, bewegt. Das Medium ist nicht festgelegt, und muss keineswegs Wasser sein, wie meist gedeutet [KC]. Martin Buber übersetzt daher tehom auch sehr treffend mit „Wirbel“. In Psalm 33,7 wird es unterschieden von Wasser, auch Wasserquellen werden mit einem anderen Begriff beschrieben (Strong H4599). In Hiob 38,30 ist davon die Rede, dass die (Ober)Fläche des tehom erstarrt ist. Sprüche 8,28 könnte das Foto beschreiben: Gott erhärtet die Fontänen der Tiefe (tehom).

Durch den Vergleich aller Vorkommen kann erkannt werden: Sind Ozeanfluten oder auch Wirbelstürme gemeint, steht tehom meist in der Mehrzahl, in der Einzahl wird jedoch stets die wirbelförmige Flut des unterkrusturalen Meeres beschrieben, also das Magma unter der Erdkruste (Ps. 24,2; 104,6; 136,6, Hab. 4,10, Am 7,4). Die „Oberfläche des Tehom“ ist dann also die Umschreibung der Erdkruste, die sich langsam bildete. Man nimmt an, dass es bis vor 3,9 Mill. Jahre dauerte, bis langsam Ruhe einkehrte. In Bewegung ist das Magma bis heute.

Der Zustand auf der Erde bis hierhin ist trostlos, leer und finster im buchstäblichen und übertragenen Sinn.

1.Mose 1,2c

Und der Geist Elohims brütete (rachaph) über der Fläche des Wassers.

Wissenschaftler nehmen an, dass die Erde zu einem frühen Zeitpunkt überwiegend von Wasser bedeckt war. Dies bestätigt auch Psalm 104,6, wo beschrieben ist, dass selbst über den (noch niedrigen) Erhebungen bzw. Bergen Wasser stand.

 Rachaph wird auch verwendet in 5. Mose 32,10:

Er fand ihn [Jakob] im Land der Wüste und in der Öde (Tohu), im Geheul der Wildnis. Er umgab ihn, gab Acht auf ihn, er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schwebt (rachaph), seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf seinen Schwingen, so leitete ihn der HERR allein.

Rachaph wird also hier im Sinn von schützen, bewahren, aufpassen oder Leben fördern verwendet. Hermann Menge und Adolf Pfleiderer übersetzen daher auch mit „brüten“. Hiermit könnte also beschrieben sein, dass Leben in diesen Wassern, der „Ursuppe“ entstanden ist. Relativ neu ist die Theorie [*], dass auch die „Tiefe“ (tehom), also die Masse unter der jungen Erdkruste, die Entstehung des Lebens unterstützte: Wärme, Wasser, Kohlendioxid und andere Gase, so vermutet man, stiegen aus mindestens 800m Tiefe auf (in denen Kohlendioxid auch flüssig vorkam) und schufen so wichtige Voraussetzungen.

Schon eine einfache Zelle ist wie eine winzige Fabrik, die aus einem ausgeklügelten Netzwerk ineinander greifender Fließbänder besteht, von denen jedes aus einem Satz großer Proteinmaschinen besteht. Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass auch nur eine einzige lebende Zelle von selbst entstanden sein kann.

1.Mose 1,3 (erster Tag, „Vormittag“)

 

Da sagte Elohim: Es werde (hajah) Licht (or)! Und es war Licht.

Elohim sah das Licht, dass es gut war.

„Es werde“ (hajah) signalisiert hier einen Prozess – das Tageslicht als Voraussetzung allen Lebens setzte sich nur langsam bis zum Boden durch, war dann aber irgendwann ausreichend. Der Abschluss wird beschrieben mit „Und es war Licht.“ Es geht hier nicht darum, dass eine Lichtquelle wie die Sonne erschaffen wurde. Licht hat hier keinen Artikel, es geht nicht um das Licht, von einem Erschaffen ist auch nichts geschrieben.

Vers 2 spricht nur von der Finsternis auf der Erde, die nun zurück gedrängt wird. Denn die Sonne wurde bereits in Vers 1 erschaffen („die Himmel“).

Ausdünstungen der tehom (jungen Erdkruste) hatten vorher mit Rauch und erzeugtem Wasserdampf eine dicke, undurchdringliche Schicht um die Erde gelegt. Durch chemische Veränderungen konnte nun Licht der noch relativ jungen und noch schwachen Sonne auf die Wasserfläche dringen. Licht, das benötigt wurde, um die ersten Lebensformen zu ermöglichen.

All dies entsprang dem planenden, zielgerichteten Wirken Gottes. Er war die Informationsquelle, was mit der Einleitung „Er sagte“ ausgedrückt wird.

1.Mose 1,4b-5 (erster Tag, „Nachmittag“)

 

Tag-Nacht-Wechsel
Tag-Nacht-Wechsel

Dann schied Elohim das Licht von der Finsternis. Elohim nannte das Licht Tag (jom) und die Finsternis nannte er Nacht.

Es wurde Abend (ereb), und es wurde Morgen (boqer): ein Tag.

Hier ist wichtig zu beachten, dass die Erde als Ganzes beschrieben wird, nicht eine bestimmte Region. Die Sicht ist hier global, nicht lokal. Auf der von der Sonne nun beschienenen Erdhalbkugel ist Tag, auf der anderen Seite Nacht.

Da sich die Erde außerdem um die eigene Achse dreht, wird durch die damit verbundene Abkühlung und Erwärmung die Temperatur ausgeglichen. Der Tag-Nacht-Wechsel (siehe Foto) ist eine wichtige Voraussetzung für Leben.

Von Abend und Morgen im direkten Sinn könnte ebenfalls nur die Rede sein, wenn man dies von einem Punkt auf der Erde betrachtet. Dies ist aber hier nicht der Fall. Abend (ereb) bedeutet auch „Wechsel, Übergang“; Morgen (boqer) auch „Durchbruch“. Die Nacht ist zwischen Abend und Morgen zudem nicht erwähnt, was gegen eine bloße zeitliche Folge spricht. Der „Wechsel“ war, dass nun Licht auf die Erde kommen sollte (Licht wurde). Mit dem Abend beginnt also der neue Zeitabschnitt, wie auch der Tag nach jüdischem Kalender. Der „Durchbruch“ war demnach am „Morgen“ geschafft, als ausreichend viel Licht auf die Erde gelangen konnte (Licht war da).

Tag (hebr. „jom“, griech. „hemera“) wird in der Bibel durchaus auch für lange Zeiträume verwendet (z.B. Tag des Herrn Jes. 2,12; Hes. 13,5, Offb. 1,10; Tag der Heimsuchung Jer. 46,21; Tag der Rettung 2. Kor 6,2; Tag des Menschen 1. Kor. 4,3; Tag Gottes 2. Pet. 3,12; allg. Pred. 12,3; Ps. 90,3 u.a.). 2. Mose 20,11 fasst die 6 Schöpfungstage zusammen und bezeichnet diesen gesamten Zeitraum auch als einen Tag (jom). „Tag“ steht hier für einen Zeitraum, in dem ein bestimmtes Ziel Gottes im Vordergrund steht.

Besonders also wenn Gott der Handelnde ist, sind Tage keine 24h-Tage. Dies würde auch im Kontext nicht viel Sinn ergeben.

Gott hat zwar ein klares Ziel, erreicht dies aber erst in Äonen, der längsten Zeiteinheit Gottes. Gottes Prinzip ist, alles zu seiner Zeit zu machen (Prediger 3,17). Wenn er alles auf einmal hätte erschaffen wollen, warum dann diese schrittweise Vorgehen, das langsame Entwickeln in sechs „Tagen“, wie es ab 1. Mose beschrieben ist? Nein, Gott nutzt die Zeit, er überstürzt nichts. Er entwickelt auch die Menschheit, sowie jeden einzelnen Menschen, Schritt für Schritt. Gott hätte auch in einem Nu Menschen erschaffen können, die ihn sofort erkennen und ihn sofort loben und preisen. Aber das wollte er nicht. Er wollte eine Schöpfung, die sich dazu entwickelt. Das, was das Lebensziel des Menschen ist, nämlich seinen Schöpfer zu erkennen, hat Er nicht in ihn hineingelegt, es sollte sich in ihm entwickeln. Dazu schuf er den Kosmos!

1.Mose 1,6-8 (zweiter Tag)

Erdatmosphäre
Erdatmosphäre

Dann sagte Elohim: Es werde eine Atmosphäre (ragiya) in der Mitte der Wasser, damit sie Wasser von Wasser scheide. Und es geschah so.

Elohim machte die Atmosphäre und schied die Wasser unter der Atmosphäre von den Wassern über der Atmosphäre. Und Elohim nannte die Atmosphäre Himmel. Es wurde Abend und es wurde Morgen. Zweiter Tag.

Ragiya wurde im Konkordanten Alten Testament mit Atmosphäre übersetzt. Luther übersetzte mit „Feste“, andere mit „Firmament“. Hier spielten wohl altorientalische Vorstellungen eine Rolle, die von einer Metallkuppel ausgehen, an dessen Inneren die Sterne aufgehängt sind. Ragiya bedeutet aber vielmehr etwas auseinander Gestrecktes, dünn Gemachtes, eine dünne Schicht. Dies erkennt man besonders, wenn man das entsprechende Verb analysiert.

Die Erdatmosphäre (siehe Foto) misst rd. 90 km. Verglichen mit dem Erddurchmesser von 12.800 km kann man durchaus von einer dünnen Schicht sprechen.

Dadurch, dass am ersten Tag Licht auf die Erde kam, konnten sich Einzeller (wie Cyanobakterien) entwickeln. Diese gaben durch Photosynthese Sauerstoff ab und veränderten so langsam die Zusammensetzung der dicker werdenden Schicht zwischen der Wasseroberfläche und der wasserdampfgesättigten Hülle darüber. Diese Schicht ist die damalige Atmosphäre. Man schätzt den Zeitraum der Entstehung der Atmosphäre auf 400 Mio. Jahre.

Vorher war das Flüssige vorherrschend: Auf dem zähflüssigen Magma des Erdinneren lag die noch dünne Erdkruste, darauf stand Wasser und darüber waberte eine dicke Schicht Wasserdampf zusammen mit anderen Ausdünstungen. Dies ist der Zustand der „Urzeiten“ (ekpalai) in 2. Petrus 3,5, in der die Erde (ge) aus Fließendem (hydor) und durch Fließendem zusammengefügt bzw. verdichtet (synistēmi) wurde. Hydor wird zwar meist mit „Wasser“ übersetzt, hat aber wie die hebräische Entsprechung majim eine breitere Bedeutung [KC, S.105, 573]: In der Antike stand im Griechischen „Hydor“ auch für einen Aggregatzustand, nämlich Flüssig, neben Luft für Gasförmig und Erde für Fest. Erst im Kontext wird deutlich, welche Flüssigkeit mit Hydor gemeint ist, meist trifft freilich Wasser zu.

1.Mose 1,9-10 (3. Tag, „Vormittag“)

Dann sagte Elohim: Es fließe das Wasser unter den Himmeln an einen Ort zusammen, damit das Trockene erscheine. Und es geschah so.

Elohim nannte das Trockene Land, und den Zusammenfluss der Wasser nannte Er Meere. Und Elohim sah, dass es gut war.

Das Trockene war also schon vorhanden, denn es erschien an dem 3. Tag lediglich. Dies harmoniert mit Vers 2, da die Erdkruste überall von einer Wasserschicht bedeckt war. Die Parallelstelle dazu ist Psalm 104,6-9, die beschreibt, dass die niedrigen Berge, die noch von Wasser bedeckt waren (6b), sich nun erhoben zu Gebirgen und gleichzeitig Ozeanbecken entstanden.

Die Erde verwandelt sich wie Siegelton (Hiob 38,14), also wie Ton, auf dem ein Siegel eingedrückt wird. Dadurch bewegt sich ein Teil der Erdkruste auf dem zähflüssigen Untergrund tehom nach unten, wodurch die zukünftigen Ozeane entstanden. Andere Teile dagegen werden nach oben gedrückt wird und bilden das zukünftige trockene Land (siehe auch Spr. 8,24-26, Ps. 33,7). Es müssen gewaltige Kräfte gewirkt haben.

1915 hat der Forscher Alfred Wegener die Idee entwickelt, dass alle Kontinente einmal verbunden waren, ein Superkontinent. Vorher war diese Vorstellung so gut wie unbekannt – obwohl es hier genau beschrieben ist. Möglich ist dies, weil die Ur-Erdplatte auf flüssigem Magma (tehom, Vers 2b) schwamm. Auch heute noch bewegen sich die Erdplatten auf dem Magma.

Auch hier zeigt sich, dass die Schöfungstage keine 24-Stundentage sein können, denn die geschilderte Auffaltung der Gebirge in so kurzer Zeit hätte unvorstellbare Flutwellen, Stürme, Erbeben und Magmaströme ausgelöst. Dass dann schon am nächsten Tag alles bereit gewesen sein soll, um vielfältiges pflanzliches Leben entstehen zu lassen, ist kaum plausibel.

1.Mose 1,11-13 (3. Tag, „Nachmittag“)

By Nevit Dilmen (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Gras, (Foto by Nevit Dilmen)

Dann sagte Elohim: Die Erde lasse Gras hervorbringen (yatsa): Kraut, das Samen aussät und dem Fruchtbaum, der seinen Samen in sich trägt und der auf der Erde Frucht bringt für seine Art. Und es geschah so.

 Die Erde brachte Pflanzenwuchs hervor, Kraut, das Samen aussät für seine Art, und den Fruchtbaum, der Frucht bringt der seinen Samen in sich trägt, nach seiner Art. Und Elohim sah, dass es gut war.

Es wurde Abend und es wurde Morgen: dritter Tag.

Zunächst ist festzustellen, wovon hier nicht die Rede ist: Die Pflanzen wurden nicht von Gott erschaffen (bara), auch nicht von Ihm entwickelt (asah).

Erstaunlicherweise war hier die Erde aktiv: Die Erde brachte hervor (yatsa). Yatsa, ein Wort, das über 1069mal im AT vorkommt, beschreibt das Herauskommen von bereits Vorhandenem aus einer Umgebung. Die Samen waren also bereits da. Wo kamen sie her? Die Verse 7 und 8 deuten es an: aus dem Wasser, in dem erstes Leben durch sein Wort entstand und das über der Erde war. Nun hat sich die Erde erhoben und konzentriert (V. 9-10), zurück blieb fruchtbarer Humus. Algen und andere Wasserpflanzen passten sich möglicherweise an das Festlandleben an. Wie auch immer, Gott schuf jede Pflanze nach ihrer Art! Dies schließt Mikroevolution nicht aus, also Anpassungen an neue Umstände durch Mutation und Veränderung.

1.Mose 1,14-19 (4. Tag)

Leuchten am Himmel: Sternzeichen
Leuchten am Himmel: Sternzeichen

Dann sagte Elohim: Es werden Leuchten in der Atmosphäre der Himmel,um den Tag von der Nacht zu scheiden, damit sie Zeichen für bestimmte Zeiten,für Tage und Jahre, seien. Sie sollen Leuchten in der Atmosphäre der Himmel sein,um auf der Erde Licht zu geben. Und es geschah so.

Elohim machte (asah) zwei große Leuchten,die größere Leuchte zur Beherrschung des Tages und die kleinere Leuchte zurBeherrschung der Nacht, und auch die Sterne.

Elohim setzte sie in die Atmosphäre der Himmel, um auf der Erde Licht zu geben,um den Tag und die Nacht zu beherrschen und das Licht von der Finsternis zu scheiden. Und Elohim sah, dass es gut war. Und es wurde Abend und des Morgen: vierter Tag.

Gott erschuf (bara) die Leuchten nicht hier (sondern in Vers 1), sondern er machte (asah) sie. Er machte sie als Leuchten sichtbar auf der Erde: Sonne, Mond und Sterne waren nun als solche erkennbar. Statt des nur diffusen Lichts vom ersten Tag waren nun beispielsweise Stern-Zeichen erkennbar, Sonnenaufgänge und der Halbmond.

Im Grunde wird hiermit die weitere Veränderung der Atmosphäre beschrieben. Durch das Aufkommen der Pflanzen kam plötzlich wesentlich mehr Sauerstoff in die Atmosphäre und sie wurde somit transparenter.

1.Mose 1,20-23 (5. Tag)

By Creator:Dmitry Bogdanov (dmitrchel@mail.ru) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Plesiosaurier: ein frühes „Seeungeheuer“? (by Dmitry Bogdanov)

Dann sagte Elohim: Es errege sich das Wasser mit sich regenden Wesen, lebenden Seelen (näfesh), und es fliegen Flügler (owph) über die Erde auf der Fläche der Atmosphäre der Himmel. Und es geschah so.  Elohim erschuf (bara) die großen Seeungetüme (tanniyn) samt den sich bewegenden, lebenden Seelen, mit welchem die Wasser sich regen, nach ihrer Art. Und Elohim sah, dass es gut war.

Elohim segnete sie und sagte: Seid fruchtbar und mehret euch,erfüllet die Wasser in den Meeren, und es mehre sich der Flügler auf der Erde. Es wurde Abend und es wurde Morgen: fünfter Tag.

Am 5. Tag erschuf (bara) Gott erst ein zweites Mal: Tierische Seelen. Die Seele besteht nach der Bibel aus Körper und Geist (1. Mose 2,7). An dieser Stelle belebte Gott also tote Materie mit Lebenskraft, mit Geist. Tiere, die sich selbst bewegen können, mit Empfindungen und der Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und begrenzt daraus zu lernen. Ein weiteres Wunder. Kein Labor der Welt wird dies je rekonstruieren und nachvollziehen können. Die materialistischen Naturwissenschaften werden nie erforschen können, wie Bewusstsein oder Instinkt entsteht, weil ihnen dazu das Handwerkzeug fehlt. Das Begutachten von Materie und Prozessen sagt nichts über Geistiges wie das Bewusstsein aus. Hier ist die Grenze erreicht. Auch atheistische Wissenschaftler haben dies schon erkannt [TN]. Die Bibel sagt: Gott hat das Bewusstsein erschaffen. Diese Aussage ist die einzig vernünftige. Anders ist nicht erklärlich, wie zielgerichtete Intelligenz, die beispielsweise nötig ist, um ein Nest zu bauen, in toter Materie entstehen kann.

Tanniyn bedeutet wörtlich „die Langgestreckten“ und wird auch übersetzt mit Meeresungeheuer oder Seemonster; vielleicht waren es die abgebildeten Plesiosaurier.

Flügler (owph) waren nicht nur Vögel (tsippowr), sondern auch Insekten, die sicher zuerst da waren. Vögel werden von Anfang an Insektenfresser gewesen sein.

Interessant ist auch, dass viele, ganz unterschiedliche Tierarten in relativ kurzer Zeit entstanden sind, man spricht daher von einer wahren Arten-Explosion, der so genannten „kambrischen Explosion“. Die biologische Komplexität und Vielfältigkeit, die in so kurzer Zeit aufgetreten ist (es geht dabei um 5-10 Millionen Jahren), kann nicht mit der Evolutionstheorie erklärt werden. Wikipedia schreibt: „Das plötzliche, parallele Auftreten so vieler Tiere mit ganz unterschiedlichen Körperbauplänen in einer geologisch kurzen Epoche stellt für die Evolutionsforschung, seitdem es im 19. Jahrhundert entdeckt worden ist, ein wichtiges Problem dar“. Abgesehen davon, ist auch die Behauptung, dass aus einem Einzeller auch in Milliarden von Milliarden Jahren ein Wal entstanden sein könnte, immer noch eine völlig haltlose Spekulation. Die Wissenschaft sollte sich eingestehen, dass die Zufallsevolution eine gescheiterte Lehre ist.

1.Mose 1,24-25 (6. Tag, „Vormittag“)

Dann sagte Elohim: Es bringe die Erde lebende Seelen hervor (yatsa), ein jedes nach seiner Art: Haustiere, Kriecher und Wildgetier der Erde, jedes nach seiner Art. Und es geschah so.

Elohim macht (asah) das Wildgetier der Erde nach seiner Art das Haustier nach seiner Art und jeden Kriecher des Erdbodens nach seiner Art.

Und Elohim sah, dass es gut war.

Schon wieder ist die Erde aktiv, wie am Tag 3, als die Pflanzen aus ihr hervorgekommen sind. Sie bringt diesmal Seelen hervor (yatsa)! Es ist das gleiche yatsa wie bei der Arche Noah, als aus der Arche die Tiere hervorkamen (1. Mose 8,17-19).

Elohim machte (asah, nicht bara!) die Landtiere aus den vorhandenen Wassertieren! Deren Baupläne waren die Vorlagen für die neuen Landtiere. Vorhandene Informationsstränge wurden mit neuen Informationsmodulen zu der Software jeder neuen Art. Gott war hier wie ein Programmierer, der schon einmal Programmiertes wiederverwendet.

Die Landtiere wurden in drei Gruppen unterteilt. Tiere zum Nutzen des Menschen („Haustiere“), Kriecher (Reptilien, Amphibien, Würmer) und Wildtiere.

Gott segnete übrigens auch nur die Wassertiere am 5. Tag und befahl ihnen, sich zu vermehren. Vergaß er dies für die Landtiere? Nein, denn da die Landtiere von den Wassertieren abstammten, waren sie mitgesegnet!

1.Mose 1,26 (6. Tag, „Nachmittag“)

Dann sagte Elohim: Lasst uns Menschen machen (asah) in unserem Bilde und Uns gleichgestaltet.

Sie sollen über den Fisch des Meeres und den Flügler der Himmel, über das Haustier und jedes Wildgetier der Erde und über jeden Kriecher, der auf Erde kriecht walten.

So erschuf (bara) Elohim den Menschen in Seinem Bild, im Bild Elohims erschuf (bara) er ihn: männlich und weiblich erschuf (bara) er sie.

Ist das nicht erstaunlich! Zur Erschaffung des Menschen nahm Elohim sich nicht einmal einen eigenen Tag lang Zeit! Am „Vormittag“ des sechsten Tages erschuf er erst einmal alle Landtiere, dann erst den Menschen.

Der Text legt nahe, dass der Körper des Menschen von Gott auch aus Vorhandenem gestaltet (asah) wurde. Unstrittig ist, dass das Genom des Menschen Ähnlichkeit mit dem des Menschenaffen hat  [AH, ab S. 136]. Dennoch sind die Unterschiede riesig!

Denn es kam noch etwas dazu, das ihn unverwechselbar machen sollte, der menschliche Geist. Nur deshalb wird der Mensch zu dem Bild Elohims, und somit die dritte Neuschöpfung (bara) in diesem Schöpfungsbericht. Dreimal taucht hier das Wort bara hier bei der Schöpfung des Menschen auf, so wichtig ist es in diesem Zusammenhang.

Strittig ist [RJ1], ob es schon immer den Tod in der Schöpfung gegeben hat. Rö. 8,20-23 spricht davon, dass die Schöpfung (die die Tier- und Menschenwelt einschließt) durch Gott der Vergänglichkeit untergeordnet wurde. Hier kann nur schwer hineingelegt werden, dass dies einmal anders war. Es ist aber auch biologisch kaum denkbar, dass Tiere, die wir als Raubtiere kennen, dies einst nicht waren. Erst in Zukunft wird Gott die Schöpfung  von der Vergänglichkeit befreien (siehe auch Offb. 21,4) und den Tod unwirksam machen (1. Kor. 15,26). Die Hypthese, dass Adam und Eva und die Tierwelt ohne Sündenfall bis heute und immer weiter leben würden, ist hochspekulativ. Schwierigkeit macht aber auf dem ersten Blick Rö. 5,12f, wo gesagt wird, dass durch Adam der Tod in die Welt kam, worauf alle sündigten, also ihre Ziele verfehlten.  Hier ist zu beachten, dass „Tod“ im NT auch eine Sprachfigur für die Trennung zwischen Menschen und Gott ist (wie zB in Eph. 2,1). Diese Trennung wird durch Jesus Tod ebenfalls für alle Menschen wieder rückgängig gemacht (Rö. 5,18). 1.Kor. 15,22 spricht allerdings davon, dass „in Adam“ alle (zwangsläufig) sterben, „in Christus“ aber alle auch wieder lebendig gemacht werden. Der Kontext legt nahe, dass es sich hier um den körperlichen Tod und die körperliche Auferstehung handelt. Was bedeutet aber „in Adam“? Sowenig wie Christus buchstäblich der „letzte Mensch (Adam)“ sein muss, um alle lebendig machen zu können, musste Adam buchstäblich der „erste Mensch“ sein, damit alle in ihm sterben können (1.Kor. 15,45). Beide strahlen durch ihre Taten dennoch aus auf alle Menschen.

Der fälschlicherweise oft „zweiter Schöpfungsbericht“ genannte Text ab 1. Mose 2,6 muss nicht irritieren. Von Schöpfung (bara) ist hier gar nicht mehr die Rede. Dieser Text spielt in einer bestimmten Region der Erde, „Garten Eden“ genannt, der wohl im Norden des Persischen Golfs lag [AH, S. 189]. Dort lebten die Menschen Adam und Eva ungefähr 4.000 Jahre vor Christus (nachzurechnen mit gewissen Unsicherheiten anhand des in der Bibel dargestellten Stammbaums). Er hat einen völlig anderen Fokus als das Schöpfungswerk in 6 Tagen. Hier ist der Beziehungsaspekt zwischen Gott und den Menschen Thema, wie zum Beispiel die erste Sünde eines Menschen und die Folgen dessen für die gesamte Menschheit, nämlich eine gestörte Beziehung zu ihrem Schöpfer, die wiederum zum Sündigen aller Menschen nach ihm führt. Diesen Zustand kann nur Gott selbst wieder heilen und wird dies durch seinen Sohn Christus auch tun (siehe auch hier), zunächst im Vorgriff für einige, letztlich aber für alle Menschen. Somit bildet dieser Text eine notwendige, logische Ergänzung.

Fazit

Erstaunlicherweise hat die Anwendung der konkordanten Methode gezeigt, dass der Stand der Wissenschaft den Aussagen der Bibel oft sogar weit hinterherhinkte.

In der Geschichte der Theologie und Naturwissenschaft ist gut zu erkennen, dass Widersprüche zwischen Bibel und Wissenschaft tatsächlich Widersprüche zwischen fehleranfälliger und von vielen Seiten beeinflusster Bibelauslegung und einem sich ständig ändernden Stand der Wissenschaft sind.

Auch diese hier vorgestellte Auslegung hat keineswegs den Anspruch, fehlerlos zu sein. Änderungsvorschläge nimmt der Autor gerne entgegen.

Die Bibel macht Aussagen, die die empirischen Wissenschaften per Definition gar nicht treffen können, weil sie hinter dem dichten Schleier der Einzigartigkeit wohl für immer verborgen sein werden und ergänzt sie somit. Die Bibel erklärt klar und kompetent den Beginn von Materie und Zeit, das Entstehen des Lebens aus toter Materie und komplexer genetischer Codes bzw. Programme, den Grund für das plötzliche Auftreten vieler Tierformen („kambrische Explosion“), die einzigartige Sonderstellung des Menschen, die perfekte zielführende („sehr gute“) Organisation der Natur und des Universums im Ganzen: Es war Gottes bis ins Detail zielgerichtete, allwirksame und schöpferische Handeln von Anbeginn des Universums bis heute.

Internetseiten

[AH] Armin Held: Schöpfung und Evolution (pdf, 600S.): Inspiriert durch das Buch von Karel Claeys [KC] mit umfassenden Anmerkungen.

Stefan Taborek: Versuch der Synchronisation von geologischen Äonen zur Genesis

Weltmanager.de: Naturwissenschaften führen zu Gott!

Wikipedia: Kreationismus, Lückentheorie

NDR Logo Podcast vom 8.2.09 (mp3, Auszug): „Genforschung deckt auf: Wichtige Dogmen des Darwinismus sind veraltet“

Ulli Scherhaufer: Evolution oder Kreationismus?

Schöpfung durch Evolution?

Wissenschaftler widerlegen die Evolutionslehre (d.h. die Theorie der Zufallsentwicklung der Natur und des Kosmos):

Dr. Wolf-Eckehard Lönnig, ehem. Genetiker vom „Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung“: Genetische Komplexität ohne Vorläufer widerlegt Evolutionslehre

Prof. Siegfried Scherer; Vortrag in Berlin am 9.10.2003 (Youtube-Video): Was Darwin nicht wissen konnte

Karl Meis: Intelligent Design

Markus Rammersdorfer: Planung in der Natur

Roland Slowik: Das Wunder des menschlichen Auges

Hans Krause: Research Reports (deutsch)

Bernhard und Karl Philberth: Gläubige Physiker

Darstellung des „Kreationismus“ (Schöpfung in 6x24h):

Detschko Svilenov: Evolution und Schöpfung im Licht der Wissenschaft (pdf, 56 S.)

Genesisnet.info

Studium Integrale (Ableger der Studiengemeinschaft Wort und Wissen)

Creation.com

Populärwissenschaftliche Darstellungen:

Die Geschichte der Menschheit, wie man sie sich momentan vorstellt.

Bücher

[KC] Karel Claeys: Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft – neues Beweisverfahren aus Etymologie, Kontext, Konkordanz und Naturwissenschaft (eines der besten Bücher zu dem Thema, u.a. ausführliche Analyse wichtiger hebräischer Begriffe wie tehom, bara, jom, majim usw.), Christiana-Verlag, Stein am Rhein/Schweiz, 1987

[BB] Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem, Goldmann, München, 2004 (Darstellung der langen Wege wissenschaftlicher Theorien mit Um- und Irrwegen, Anfeindungen, Neid und Missgunst anderer Wissenschaftler; zugleich ein Buch zum Staunen über den unglaublich zweckmäßigen Aufbau unseres Kosmos, ab S.362: Entstehung des Lebens durch Zufallsereignisse ist ausgeschlossen)

[TN] Thomas Nagel: Geist und Kosmos: Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist, 2013, Suhrkamp, Berlin

[GW] GEO WISSEN, Nr.33: Die Geheimnisse des Universums, Verlag Gruner+Jahr, 2004 (siehe besonders das Kapitel „Physiker entdecken Gott“ ab S. 68)

[MW] Markus Widenmeyer: Welt ohne Gott: Eine kritische Analyse des Naturalismus, SCM Hänssler, 2014

[ES] Sauer, Erich: Der König der Erde, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, 1959 (Bibel und Naturwissenschaft)

[DB] Don Batten (Hrsg.): Fragen an den Anfang: Die Logik der Schöpfung, 2001, CLV

[KL] Kevin Logan: Crashkurs: Schöpfung oder Evolution, 2004, R.Brockhaus Verlag Wuppertal

[PG] Pro Genesis (Hrsg.): Das Schöpfungs-Modell, 2003, Schwengeler Verlag CH Berneck

[WG1] Werner Gitt: Signale aus dem All, Wozu gibt es Sterne, CLV, Bielefeld, 1995 (Feinabstimmung: ab S.157)

[WG] Werner Gitt: Schuf Gott durch Evolution?, CLV, Bielefeld, 1988 (Der ehem. IT-Leiter der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt meint, Information, wie der genetische Code, kann nicht aus dem Nichts kommen.)

[AG] Alister E. McGrath: Naturwissenschaft und Religion, Verlag Herder, Freiburg, 2001

[RJ1]Reinhard Junker: Sündenfall und Biologie, Hänssler Verlag, 2007

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Aion, olam = Ewigkeit?

Im Neuen Testament wird bei Zitaten aus dem Alten Testament das hebräische „olam“ mit „aion“ wiedergegeben (Heb. 1,8; Heb. 5,6; 1. Petrus 1,25). Es liegt also eine Bedeutungsgleichheit vor. Luther übersetzte „aion“ 37mal mit „Welt“. 75 mal benutzte er „Ewigkeit“/ „ewig“/“ewiglich“, jeweils 1mal „Lauf“, „vorzeiten“ und „Zeit“. „aionion“ übersetzte er 67mal mit „ewig“ und 3mal mit „Welt“. Diese Vielfalt macht deutlich, dass die Begriffsbedeutung nicht in der Bibel selbst gesucht wurde. Offensichtlich waren hier also zumindest bei einem Teil der fallweisen Übersetzungen bzw. Interpretationen außerbiblische Überlegungen und Vorstellungen Ausschlag gebend.

Untersucht man alle Belegstellen, erkennt man Folgendes: Übersetzt Luther aion mit Welt (z.B. Mt. 12,32; Mk. 10,30; Lk. 18,30; Röm. 16,25; 1.Kor. 10,11, Eph. 1,21; 3,21; Kol. 1,26; 1.Tim.1,17; 2.Tim. 1,9; Heb. 9,26) ist nicht ein Ort im Universum gemeint, sondern ein bestimmter Zeitabschnitt mit einem Anfang (1. Kor. 2,7) und einem Ende (Abschluss des Äons: Mt. 13,39; 13,49; 24,3; Hebr. 9,26, 1.Kor. 10,11). Der Begriff „Äon“ wird auch als Fachbegriff in der Geologie verwendet, um einen langen geologischen Zeitabschnitt zu bezeichnen (natürlich ist dort nur diese eine Bedeutung bekannt!). Dabei geht man von zwei vergangenen Äonen aus (Archaikum, Proterozoikum) – der gegenwärtige dritte Äon wird Phanerozoikum genannt, weiter untergliedert wird in Ären (Entsprechung in der Bibel: oikonomia). Wichtig zu erkennen ist, dass auch in der Bibel die Bedeutung von „Zeitabschnitt“ zwingend ist – die angebliche andere Bedeutung von „Endlosigkeit/Ewigkeit“ war an den oben genannten Stellen aus spachlogischen Gründen nicht möglich. Andere Übersetzungen verwendeten daher auch den Begriff „Zeitalter“ oder noch besser „Weltzeit“. Da aber auch schon kosmos richtigerweise mit Welt übersetzt wird, im Sinn einer Gesellschaftsordung, kann diese Übersetzung für Aion nach der konkordanten Methode nicht mehr verwendet werden, zumal es den Aspekt der Zeitlichkeit nicht ausreichend betont.

Der deutsche Begriff Ewigkeit/ewig, den Luther außerdem benutzte, hat im Laufe der Zeit die ursprüngliche Bedeutung (langer Zeitraum, verwandt mit dem alth. ewa, Ehe; entstammt dem indogermanischen aju=Lebensdauer) verloren, und das Gegenteil „Unendlichkeit“ angenommen. Allerdings ergibt sich diese Interpretation von Aion an keiner Belegstelle aus dem Text selbst, im Unterschied zur Übersetzung im Sinn von Zeitalter. Lediglich (offensichtlich unbiblische) vorgefasste Meinungen gaben hier wohl den Ausschlag für die vorgenomme Bedeutungsveränderung hin zu einer „Endlosigkeit“. Angebliche Hinweise auf die Bedeutung der Unaufhörlichkeit lassen sich leicht entkräften. In 2.Kor. 4,18 beispielsweise geht es nicht um den Gegensatz von zeitlich und nichtzeitlich, sondern um einen kurzen Zeitabschnitt (proskairon hat nichts mit der Zeit chronos an sich zu tun, sondern bedeutet kurz befristet) im Vergleich zu einem wesentlich längeren (äonischen) Zeitabschnitt, der Dinge, die außerhalb der eigenen Lebenszeit liegen unsichtbar werden läßt.
Außerdem, im unwahrscheinlichen und der Geschichte der Sprache einmaligen Fall, dass ein Nomen zwei entgegengesetzte Bedeutungen haben kann, wie es gerne konstruiert wird, nach welchen Kriterien wird dann die richtige Bedeutung ausgewählt, wenn im Zusammenhang beides möglich wäre? Warum wurde in diesen Fällen immer mit Ewigkeit übersetzt, insbesondere wenn es um die Gerichte Gottes geht? Wie ist es zudem zu erklären, dass „aion“ auch in der Mehrzahl vorkommt (Gal 1,5 u.v.a.). Gibt es etwa mehrere Endlosigkeiten?
Wie sieht nun um „aionion“, dem Adjektiv von Aion, aus? Wie wählt man dort aus? Nicht nötig, wird dem erstaunten Laien erklärt: „aionion“ habe doch nur eine Bedeutung, und zwar „ewig“! Das Substantiv Äon soll also zwei sich widersprechende Bedeutungen haben, das zugehörige Adjektiv aber nur eine. Wie ist dieser Widerspruch zu begründen? Es ist wohl nicht nötig auszuführen, dass diese Aussage sprachlogisch absurd ist. Hilfreich war den „Übersetzern“, dass aionion in der Bibel meist mit abstrakten Begriffen wie Leben verknüpft wird, bei der die Falschübersetzung logisch nicht auffällt. Es gibt aber gern verschwiegene Belegstellen (Rö. 16,25; 2. Tim. 1,9), die der Interpretation von äonisch mit endlos klar widerlegt, während Titus 1,2 der Auslegung im Sinn einer Anfangslosigkeit von äonisch widerspricht, da von vor-äonischen Zeiten die Rede ist.

In konkordanten Übersetzungen werden die eingedeutschten Wörter „Äon“ bzw. „äonisch“ eingeführt, da kein deutsches Wort geeignet scheint, eine Übersetzung zu liefern. Die Definition für Äon in der Stichwortkonkordanz des KNT (S.371) lautet „Weltzeit, der längste Zeitabschnitt, eine Welt vom Gesichtspunkt ihrer Zeitdauer aus gesehen“ und äonisch bedeutet demnach folgerichtig: „die Äonen betreffend“. Nur wenn Aion einheitlich übersetzt wird, kann der Zeitplan Gottes, bestehend aus verschiedenen Äonen, die verschiedene Inhalte haben, erkannt werden.

Es entbehrt auch jeder Grundlage, wenn behauptet wird, dass es im Griechischen anders nicht möglich sei, eine Unendlichkeit auszudrücken und die Schreiber deshalb gezwungen waren, den vorhandenen Zeitbegriff Äon mit einer völlig neuen, zusätzlichen Bedeutung zu belegen. Richtig ist, dass eine Endlosigkeit sehr wohl deutlich mit vorhandenem Vokabular ausdrückbar gewesen wäre. Man verwendet dazu Verneinungen (nicht nur im Griechischen), wie Unsterblichkeit (a thanasia, 1. Kor. 15,53; 1. Tim. 6,16), Unauflöslichkeit (a kata luton, Heb. 7,16), Niemals mehr (ou me eti, Offb. 18,21-23), Unvergänglichkeit (a phtharsia, 1. Kor. 15,42; 15,50; 15,53; 15,54; Eph. 6,24; 2. Tim. 1,10) bzw. unvergänglich (a phetheron Gott: Rö. 1,23; 1. Tim. 1,17). Wie kann nun ein Übersetzer z.B. davon ausgehen, dass es ja äonisches Leben nicht heißen kann, und statt dessen mit unvergänglichem Leben (ewigem Leben) übersetzen?

Verfloskelte Unsinnigkeiten wie das Wortungetüm von Ewigkeit zu Ewigkeit können in einer wortgetreuen Übersetzung also nicht mehr gefunden werden. Was sollte das denn auch sein? Dauert da etwas was von einer Unendlichkeit zur nächsten an? Gibt es etwa mehrere Endlosigkeiten? Nein, die Erklärung ist einfach. Meist steht dort tatsächlich „für die Äonen der Äonen“ (z.B. Offb. 20,10 „tous aionas ton aionion“), was so viel bedeutet wie „während einiger Äonen, die besonders wichtig sind“; vergleichbar mit unserem Sprachgebrauch, wenn man den „Tag der Tage“ herausheben möchte.
In Markus 3,29 spricht Jesus auch beispielsweise nicht davon, dass es „keine Vergebung in Ewigkeit“ gäbe, sondern „keine Vergebung in dem Zeitalter (Äon!)“. Nach Offb. 11,15 dauert die Herrschaft des Sohnes „für die Äonen der Äonen“ (also für die letzten beiden Äonen – Millennium und die Neue Erde – statt von „Ewigkeit zu Ewigkeit“), denn danach wird Er sie ja Seinem Gott und Vater übergeben (1. Kor. 15,24-28), sie hat also ein Ende. Die „ewige Pein“ in Mt 25,46 ist richtig übersetzt eine „äonische Strafe“, da der nächste Äon (das 1000-jährige Königreich) nicht als Mitglied des herrschenden Volks Israel erlebt wird, sondern man statt dessen tot ist und danach zur Zurechtbringung das Gericht durchlitten werden muss (siehe auch 2. Petrus 2,9).

Wenn nun aber die Vorstellung von Ewigkeit nicht in der Bibel wiederzufinden ist, wo kam sie dann her? Der Begriffsinhalt von „unaufhörlicher Zeit“, die dem hebräischen Zeitdenken sowieso völlig fremd war, wurde in der Deutung als „Überzeit“ erst von Platon entwickelt und von Plutarch und der jüngeren Stoa übernommen. Die Unendlichkeit/Ewigkeit ist in der Philosophie die Bezeichnung für das Grenzenlose, in dem alle Phänomene angesiedelt sind, deren Ende nicht gedacht werden kann. Die Ewigkeit gilt Platon als die wahrhafte Form des Seins, d. h. als Seinsweise der Ideen, die frei von allem Werden sind. Für die antiken Denker war zumeist die Welt unendlich – eine Auffassung, die mit der Bibel, die von einem zielgerichtet in Zeitabschnitten handelnden Gott berichtet, nichts gemein hat. Mit der Falschübersetzung Ewigkeit/ewig wurden also unbiblische Philosophien in die Bibel getragen, gestützt durch politische Einflussnahmen und Machtdenken des Klerus (mehr…).

Siehe auch:

 Heinrich Langenberg: Äon oder/und Ewigkeit?

Wolfgang Gaßler: Analyse des Begriffs „Ewigkeit“ in der Bibel

Heleen M. Keizer: Life Time Entirety – A study of Aion in Greek Literature and Philosophy, the Septuagint and Philo, Doktorarbeit 1999, Amsterdam (engl.)

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Geenna, Hades/Sheol = Hölle?

Mit „Hölle“ wurden und werden bis heute das griechische Hades und Geenna übersetzt (u.a. bei Luther). Luther übersetzte Hades 5mal mit „Hölle“ (z.B. in Mt. 16,18), außerdem 2mal mit Toten, 2mal mit Totenwelt, 1mal mit „sein Reich“. Geenna übersetzte Luther 8mal mit „Hölle“ (u.a. Mt. 5,22; Mt. 29,30; Mt. 18,9; Mk 9,43, Mk. 9,45, usw.); und 4mal mit „höllisch“. Diese willkürliche Art der Übersetzung ist 1540, als Luther sich an die verdienstvolle Pionierarbeit der Übersetzung machte, noch zu entschuldigen. Heute, nach vielfacher Überarbeitung, ist das nicht mehr nachvollziehbar.

Der Hades des NT ist die Übersetzung von Sheol aus dem AT (Ap. 2,27, Ps. 16,10). In den Hades/Sheol kommen die Seelen aller Menschen nach dem Tod (Ps. 30,3; 49,15; 86,13; 89,48; Spr. 23,14; Joh. 5,28-29; Ap. 2,31). Die Seele ist entstanden durch die Verbindung von Geist und Körper (1. Mose 2,7) und ist folglich nicht mehr existent, wenn Geist und Körper nach dem Tod getrennt werden. Das wird auch durch die wörtlichen Übersetzungen von Hades und Sheol ausgedrückt: Hades bedeutet „Unwahrnehmbares“ und Sheol „Fragliches“. Es ist also fraglich, wo die Seele nach dem Tod ist, sie ist nicht mehr da, also nicht mehr wahrnehmbar, wenn das Blut nicht mehr im Körper zirkuliert (vergleichbar mit elektrischem Licht, nachdem der Stromfluss unterbrochen wurde). Der Todeszustand im Hades wird auch mit dem Schlaf verglichen (1. Thess. 4,14; 1. Kor. 11,30). Dieser Zustand wird für jeden ein Ende haben: „Jehova tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und führt herauf“ (1. Samuel 2,6). Im AT ist von Qualen im Sheol nie die Rede, im Hades des NT ebenfalls nicht, abgesehen von der Verwendung des Begriffs Hades in einem Gleichnis. Wird aber diese Rede Jesu vom reichen Mann und armen Lazarus (Luk. 16,19ff) angemessen, d.h. als Gleichnis, interpretiert, löst sich jeder Widerspruch auf (hier ausführlich erklärt).

Geenna (Gehenna) ist dagegen lediglich eine Ortsbezeichnung für ein Tal südlich von Jerusalem (heutiger Name: „Wadi er-Rababi“). Gehenna ist die griechische Form des hebräischen Gehinnom und bedeutet „Tal Hinnom (Ge-Hinnom)“. Auf historischen Karten von Jerusalem ist es eingezeichnet:

Historische Karte mit dem Tal Hinnom (unten links)
Historische Karte mit dem Tal Hinnom (unten links)

Hier ist auch ein Photo von dem, was einige Übersetzer in Mt. 5,22ff; Mt 18,9; Mt 10,28; Mt. 23,15; Mk. 9,43ff; Jak. 3,6 frei mit „Hölle“ übersetzt haben (Jerusalemer Bibellexikon, S. 344):

Das Tal Gehenna bei Jerusalem
Das Tal Gehenna bei Jerusalem

Wie kam es dazu? Dieser Ort hat zweifelsohne eine grauenvolle Vergangenheit. Zu alttestamentlicher Zeit wurden hier bei kultischen Handlungen dem Ammoniter-Gott Moloch Kinder geopfert (2.Könige 23,10). Dies geschah auf dem sog. „Thophet“ (wörtl. „Feuerstätte“), einer Höhe, die eigens zu diesem Zweck dort errichtet wurde. Diese Praxis wurde von den Israeliten unter der Regentschaft Solomons im 10. Jh v.Chr. und des Königs Menasseh im 7. Jh. v.Chr. weitergeführt bis in die Zeit des babylonischen Exils (6.Jh. v.Chr.). Der Prophet Jeremia, der diesen unsäglichen Brauch scharf verurteilte, nannte dieses Tal „Schlucht der Umbringung“ (Jer. 7,31-32; 19,5-9), weil nach dem Gericht Gottes über Jerusalem kein anderer Platz mehr sein wird, die Toten zu begraben (Jer. 19,6-11). So kündigte Jesaja an: „…und sehen die Leichen der Menschen, die da übertraten gegen Mich [Jahwe] … und sie werden zum abstoßenden Anblick allem Fleisch“ (Jes. 66,24). Diese Prophezeihung hat sich mit der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar II. 586 v.Chr. erfüllt.
Spätestens ab dem 8 Jh. v.Chr. diente das Tal als das wichtigste Begräbnisfeld Jerusalems, wie aus archäologischen Ausgrabungen hervorgeht (Jerusalemer Bibellexikon, S. 344). Außerdem wurden ständig Tierkadaver und Unrat verbrannt. Wo Feuer das Fleisch nicht vollständig vernichtete, dürften Würmer oder Maden dies übernommen haben. Was daher die Bibel über diesen Ort sagt, entspricht im Allgemeinen der traditionellen Auffassung, die in rabbinischen und anderen Schriften vertreten wird. Demnach diente das Hinnomtal als Müllgrube der Stadt Jerusalem. In J. B. Phillips’ „New Testament in Modern English“ wird das Wort Gehenna in Matthäus 5,30 mit „Schutthaufen“ wiedergegeben. Der Jude David Kimchi (ca. 1160 bis 1235) kommentiert Psalm 27,13 so: „In der Umgebung von Jerusalem existiert ein widerlicher Ort, in den man unreine Dinge und Leichname hinabwarf. Ebenso war dort ein ständiges Feuer, um die unreinen Dinge und die Knochen der Leichname zu verbrennen.“
Im Neuen Testament wird von Jesus 11mal auf diesen unheimlichen Ort Bezug genommen. Er benutzt die in den Köpfen seiner Zuhörer vorhandenen Bilder von Feuer und Vernichtung, also das Bild des schändlichen Todes, um das Leben im Königreich als Alternative als noch erstrebenswerter darzustellen, das jedes denkbare Opfer lohnt (z.B. Mrk. 9,43-48). An diesem Königreich teilzunehmen, war Generationen von Juden ein großes Ziel – es nicht erleben zu können, wäre eine große Strafe.

Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass der biblische Befund eindeutig ist:
1) Die Bibel beschreibt an keiner Stelle, dass in der Gehenna jemand gequält wird (schon gar nicht nach dem Tod); auch angekündigt wird das nie, weder von den Propheten noch von Jesus. Die Gehenna in der Bibel ist ein Freiluftkrematorium, nicht mehr und nicht weniger.
2) Angesprochen sind außerdem nur Angehörige des Volkes Israel in einem bestimmten Kontext, sowohl im AT als auch im NT. Daraus einen Ort der „ewigen Verdammnis“ ganz allgemein für Gott ferne Menschen zu machen, ist auch aus diesem Grund nicht gerechtfertigt.

Dass dieses Tal dennoch mit einer „Hölle“ in Verbindung gebracht wurde, liegt neben möglichem Wunschdenken an jüdischen Fabeln und Sagen: Beispielsweise soll es laut Talmund (ab 200 n.Chr. entstanden) in dem Tal Hinnom zwischen zwei Palmen ein Erdloch geben, aus dem Rauch aufsteige. Dies, so wird fabuliert, soll der Eingang zu einer Hölle sein (F. Rienecker, Lexikon zur Bibel, Stichwort Hinnom-Tal). Weiterhin machte man in den kultischen Büchern „4. Buch Esra“ und in den „Sibyllinischen Orakeln“ (beide um 100 n. Chr. entstanden) die Gehenna zu einem zukünftigen Strafort (siehe wikipedia). Jeder, der von einer Qualhölle redet und damit die Gehenna meint, sollte also wissen, dass er den Boden der Bibel verläßt und außerbiblische Geschichten verbreitet.

Um die Höllenvorstellung trotzdem zu rechtfertigen, wird gerne auf die Formulierung „Heulen und Zähneklappern“ (besser: Jammern und Zähneknirschen) verwiesen, die 7mal im NT auftaucht (wie in Mt. 8,12). Hier ist aber nicht von der Gehenna die Rede, sondern teils von Finsternis, die auf einem Feuerfriedhof nicht herrschen kann. Zudem wäre es eine verantwortungslose Verharmlosung von Zähneknirschen zu sprechen, würde Jesus hier vor den Qualen einer „Hölle“ warnen, die viele damit beschrieben sehen wollen. Richtig ist, dass Jesus mit verschiedenen Bildern vor der Alternative zum Leben im Königreich gewarnt hat. Diese Redeweise steht also für den Kummer und die Verzweiflung derer, die vom Königreich (im Bild: ein hell erleuchtetes Festbanquett) ausgeschlossen werden (im Bild: Dunkelheit außerhalb), ausgeführt in einigen Gleichnissen (Mt. 22,13; 25,30). Zähneknirschen und Jammern symbolisieren dabei Selbstvorwürfe.

Der Feuersee“ oder „Zweite Tod nach dem letzten Gericht in der Offenbarung (Kapitel 20:14) wird zwar nicht auch noch mit „Hölle“ übersetzt, aber doch oft damit inhaltlich gleichgesetzt, obwohl wieder ein völlig anderer Zusammenhang vorliegt. Es geht hier nicht mehr um das zu diesem Zeitpunkt bereits vergangene Königreich, sondern um das Leben auf der Neuen Erde.
Ein Feuersee wird noch an anderer Stelle erwähnt: Dort werden drei Wesen, das „wilde Tier, Satan und der falsche Prophet“ für die Äonen der Äonen gequält (d.h. zeitlich begrenzt, Offb. 20,10; oft aber übersetzt mit „Ewigkeit“). Nie ist jedoch davon die Rede, dass Menschen dort gequält werden.
Die Bibel berichtet also davon, dass nach dem Millennium (1000-jähriges Königreich, Offb. 20,6) alle, die nicht im Buch des Lebens stehen, für das Gericht auferstehen werden. Jeder wird dann entsprechend seiner Werke, also individuell, zurecht gebracht (Offb. 20,12). Danach wartet der „Feuersee“ auf sie (Offb. 20,15).
Dieser ist aber nach Meinung vieler grundtextnaher Ausleger nicht buchstäblich zu sehen, sondern als Bild (also Erklärung) für den zweiten Tod, denn es heißt in V.14: „Dies ist der zweite Tod: der See des Feuers“. Außerdem werden auch der Hades und der erste Tod in diesen Feuersee geworfen (Offb. 20,14) – also kann das Feuer nicht buchstäblich sein. Plausibel ist, dass es ein Symbol für die reinigende Präsenz Gottes ist; so spricht u.a. Heb. 12,29 davon, dass Gott selbst „verzehrendes Feuer“ ist, mit dem z.B. schlechte Werke verbrannt werden (vgl. 1. Kor. 3,15).
Klarer ist, dass der zweite Tod ein Ende haben wird. Er wird während des letzten Zeitabschnittes, der Neuen Himmel und der Neuen Erde, andauern (Offb. 21,8). Ist dieser letzte Äon aber abgeschlossen, hat sich auch die äonische Strafe nach Mt. 25,41 erfüllt, die leider oft mit der Fehlübersetzung „ewig“ ins Unendliche verlängert wurde. Der Apostel Paulus durfte weiter sehen als Johannes, der die Offenbarung verfasst hat: In 1. Kor. 15,26 schreibt Paulus, dass nach dem Abschluss aller Äonen auch der Tod, als letzter aller Feinde Gottes, aufgehoben wird. Da der erste von zwei Toden nicht der letzte ist, spricht Paulus also hier von dem zweiten Tod. So wird sich erfüllen, was Gott verheißen hat: „Demnach nun, wie es durch die eine Kränkung [Adams] für alle Menschen zur Verurteilung [zum Tod] kam, so kommt es auch durch den einen Rechtsspruch [durch Jesu Tod] für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens“ (Rö. 5,18; 1. Kor. 15,22, Gal. 2,16).

Manchmal wird auch unter Tartarus eine Hölle verstanden. Der Begriff taucht nur einmal im NT auf (2. Petrus 2,4), und zwar als ein nicht weiter beschriebener Ort in dem Boten (Engel) bis zum Gericht aufbewahrt werden. Alles weitere ist Spekulation.

Interessant ist, wie der Begriff „Hölle“ und damit die Vorstellung davon überhaupt Einzug in die Bibel finden konnte. „Hölle“ entstammt dem Begriff „Hel“ (vgl. das engl. Hell), das etymologisch eigentlich verwandt ist mit bergen, verhüllen, Höhle, Hülse, Helm. In alten Bauernhäusern wurde mit „Hölle“ daher auch der enge, „verborgene“ Raum zwischen Kachelofen und Wand bezeichnet. Auch unscheinbare, schmale Gässchen erhielten diesen Namen (Straßenschild im Örtchen Almke):

Hoelle_AlmkeMit dieser Ursprungsbedeutung wäre es also eine angemessene Übersetzung von Hades (=Ungewahrtes, also Nicht-Wahrnehmbares), wenn der Begriff „Hölle“ nicht im Laufe der Zeit mit Horrorvorstellungen gefüllt worden wäre:
Hel“ ist auch der Name der skandinavischen Todesgöttin und ihres Reiches und wurde dann entgegen dem biblischen Hades zu einem Phantasieort, in dem Menschen nach dem Tod bei Bewußtsein sind und meist ohne Ziel brutal bestraft werden. Während die „Hölle“ in den skandinavischen Mythen noch ein kalter, eintöniger und frostiger Platz war, ist im Mithraskult des Römischen Reichs ist schon von Feuer in ihrer Hölle die Rede, mit dem die Sünder gequält werden. Die Drohung mit der Vorstellung einer Strafanstalt für ignorante Nichtmitglieder oder Unfolgsame der jeweiligen Religion lassen sich zurückverfolgen bis zu Vorstellungen der Vorzeit (1800 v.Chr.) lange vor der Entstehung der Christentums, wie dem Zoroastrismus, der ein Endgericht mit dem möglichen Ausgang einer „Hölle“ vorsieht („The History of Hell„, A. Turner, S.17). Die Führer fast aller Weltreligionen übernahmen dieses Konzept und schufen unterschiedlichste Varianten:
So gibt es im Hinduismus (ab 1500 v.Chr.) gleich mehrere Höllen, die einen Teil des unendlichen Zyklus der Seelenwanderung darstellen. Als Folge ihrer Handlungen werden die Sünder in der Hölle wieder geboren, wo sie so lange von Dämonen gepeinigt werden, bis ihre Sünden gesühnt sind und sie auf einer höheren Ebene wieder geboren werden.
Der Buddhismus übernahm in modifizierter Form die hinduistischen Vorstellungen von Wiedergeburt und Hölle. Nach der orthodoxen buddhistischen Kosmologie gehören zu den sechs „Bestimmungen” der sterblichen Existenz drei Bereiche, in denen diejenigen, die ein schlechtes Karma haben, wieder geboren werden: die „Bestimmung” der Hölle, die „Bestimmung” der hungrigen Geister und die „Bestimmung” der Krieg führenden Dämonen. Wie im Hinduismus, so dienen auch hier die Qualen, die die Sünder in den jeweiligen „Bestimmungen” erleiden, dazu, das Karma der Seelen zu reinigen und die Seele zu befreien, so dass sie auf höherer Ebene wieder geboren werden kann.
Im Islam wird die Hölle als Feuergrube gedacht, über die eine schmale Brücke in den Himmel führt. Alle Seelen der Toten müssen über diese Brücke gehen, und die Verdammten fallen in den Flammenabgrund hinunter, wenn sie nicht durch die Gnade Allahs erlöst werden.
Ins Judentum kam der Mythos Hölle durch außerbiblische Quellen, wie z.B. dem Buch Henoch.

Die unsäglich grausame Höllenlehre hat sich auch in der Folge als praktisches Mittel der Disziplinierung und Manipulation erwiesen, so die Reformation überlebt und findet sich gerade in den Glaubensbekenntnissen von „Frei“-kirchen. Viele haben sich so daran gewöhnt, dass man dieses Dogma, wie etwa die Spekulation der Trinität, als unerschütterliche Lehre der Bibel hält, die nicht in Frage gestellt werden darf. Vertreter der biblischen Allaussöhnung werden als Ketzer oder Irrlehrer beschimpft und oft sogar von diesen „christlichen“ Gruppen vertrieben.

Im Gegensatz zu all diesen Religionen kennt die Bibel den Horror einer endlosen Höllenqual natürlich nicht und unterstreicht damit ihre einzigartige Sonderstellung. Das, was unter einer endlosen Strafanstalt namens „Hölle“ verstanden wird, ist der Bibel völlig fremd und widerspricht krass dem biblischem Gottesbild. Jeder, der dieses Wort benutzt, muss wissen, dass er sich in der Tradition nichtbiblischer Mythen und Legenden bewegt.
Wird dieses bedrohliche, falsche Gottesbild dennoch verinnerlicht, kann dies auch die menschliche Psyche verformen oder eine Abwehrhaltung verursachen. Die Grundannahme, ob Gott eher mit Hoffnung und Liebe oder eher mit Strafe verbunden wird, schafft erhebliche Unterschiede. Psychiater stellen fest, dass die Betonung der Strafandrohung für sich oder für ungläubige Mitmenschen die Entstehung von Angst- und Zwangserkrankungen und Depressionen fördern kann [taz, 28.11.08, RTS].
Durch die gewaltsame Verpflanzung dieses Unwortes in frei auslegende Bibelübersetzungen ist dem Christentum also ein immenser Schaden entstanden, denn Gott wurde unglaubwürdig: Statt den Gott der Gnade und Liebe herauszustellen, wurde die Krampftheologie der ewigen Verdammnis entwickelt, mit einem kalten, unbarmherzigen Gott, der seine eigenen Geschöpfe unendlich lange quält.

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Companion Bibel

THE COMPANION BIBLE wurde ab 1909 von Dr. E. W. Bullinger herausgegeben.  Sein Name selbst erscheint aber nicht in THE COMPANION BIBLE, denn er meinte:

“Diese Ausgabe soll nicht mit dem Namen einer Person in Verbindung gebracht werden, denn sie gibt in den Kommentaren keine Meinungen wieder noch hängt sie von Dogmen ab, sondern diese Bibel soll sich selbst kommentieren“.

Dr. Ethelbert W. Bullinger (1837-1913)
Dr. Ethelbert W. Bullinger (1837-1913)

Die nur in englischer Sprache erhältliche Companion Bibel (dt. Begleiter, denn sie soll dem Gläubigen ein Begleiter auf dem Weg zu tieferer Gotteserkenntnis sein) ist weder ein Kommentar noch eine neue Bibelübersetzung. Sie versucht durch objektive Hinweise auf die Bedeutung der Grundtextbegriffe, die Struktur der Briefe und auf den Kontext, Hilfen zum eigenen Bibelstudium zu geben. Ein umfangreicher Anhang bietet viele weitere Informationen, um das Wort Gottes besser zu verstehen, wie Wortstudien, Zeittafeln und Textstrukturen. Dieses Werk wird von vielen Experten zu den besten Studienbibeln überhaupt gezählt.

Links

Die „Companion-Bible condensed“ online! – Bezugsmöglichkeit einer CD-ROM

Bestellung als Buchversion

Onlinebuch “Heilsgeschichtliche Entfaltung im Neuen Testament” – Einführung in den Dispensationalismus (Deutsche Übersetzung des Grundlagenwerks „The Foundations of Dispensational Truth“)

Artikel auf Wikipedia.de zu E.W. Bullinger

Eine detallierte Erläuterung in englischer Sprache:

The life of E. W. Bullinger

Dr. E.W. Bullinger continues to be recognized as one of the greatest Bible scholars of the early twentieth century. Unsurpassed even today, his easy to read books and essays are critically acclaimed. Bullinger’s comprehensive and detailed study of figures of speech in the Bible has never been superseded. His Bible commentaries, Greek lexicon, textual notes, and numerous expositional studies continue to inform students of the Scriptures. Behind his many interesting scholarly works, however, is the engaging life story of a young chorister from Canterbuy Cathedral whose voice would be heard around the world through the printed page.

Preface

THE COMPANION BIBLE is a new Edition of the English Bible (new in 1909). Published originally in six Parts, it is now presented in one Volume, and the description which follows shows that the Work is a self-explanatory Bible designed for the general use of all English readers throughout the world.

It has an amount of information (much of it hitherto inaccessible to the ordinary English reader) in its wide margins not to be found in any edition of the A.V. extant. Its position, in these respects, is unique.

In size and weight, and type and paper, as well as price, it will compare favourably with all existing editions.

It is called THE COMPANION BIBLE because its wide margin is intended to be a Companion to the Text; and the whole is designed as the Companion of all readers of the Bible.

The human element is excluded, as far as possible, so that the reader may realize that the pervading object of the book is not merely to enable him to interpret the Bible, but to make the Bible the interpreter of God’s Word, and Will, to him.

To the same end this Edition is not associated with the name of any man; so that its usefulness may neither be influenced nor limited by any such consideration; but that it may commend itself, on its own merits, to the whole English-speaking race.

It is NOT A NEW Translation.

It is NOT AN AMENDED Translation.

It is NOT A COMMENTARY.

THE TEXT

The Text is that of the Authorized Version of 1611 as published by the Revisers in their „Parallel Bible“ in 1886.

There are NO ALTERATIONS in the Text beyond what can be effected by a variation in the character of the TYPE. Hence, there is nothing that affects the ear when reading it aloud; but only that which meets the eye in order to call attention to important facts and truths.

All ancient readings and new and amended renderings are confined to the margin; which, for this purpose, extends to one-half the width of the page.

There are no minute English or Greek „superior“ letters to confuse the Text; or to perplex the reader when searching for the corresponding number or letter in the margin.

THE TYPES EMPLOYED IN THE TEXT.

1. These distinguish ALL the Divine Names and Titles.

2. (See Ap. 4.) All pronouns used for the above have their initials indicated by capital letters.

3. The pronouns, &c., emphasized in the Original are in special type.

4. Attention is given to the capital and small letters in other cases where they affect interpretation.

5. The words spoken or cited are placed within quotation marks.

6. Where the Hebrew Text is written in separate lines, these lines are preserved by being presented in the same way in the present Edition.

7. In the Book of Psalms, the Titles will be printed so as to present the super-scriptions and sub-scriptions as brought to light and demonstrated by Dr. J. W. Thirtle.

8. In the New Testament, all quotations from the Old Testament will also be specially indicated.

9. Proper Names with their pronunciation, &c., are included in a special Appendix, No. 52.

The chapters and verses of the Authorized Version are retained; but spaces are introduced to mark them off into paragraphs; so that the advantages of both Verses and Paragraphs are retained. These paragraphs are not divided according to the usual Paragraph Bibles, but according to the Structures (see page viii), which are given in the right-hand margin; while the corresponding Index-letters are repeated in the left-hand margin, by the side of the Text with the number of the page where they may be found; so that the subjects of the various Paragraphs (or Members) may be seen at a glance, and be intelligently followed.

The other figures in the left-hand margin are the B.C. dates.

THE MARGIN.

A small circle (°) against a word or words in the Text calls attention to the same word or words which are REPEATED in the right-hand margin, with the number of the verse to which they belong.

In order to save repetition, and economize valuable space in the margin, words in the Text on which a note has already been given in a preceding verse in the same chapter, and to which the same note applies, are marked with the number of the verse in which such note is given.

When these words are referred to there will be found no „views“ expressed, but only facts which are incontrovertible, and information which is indispensable.

Where references are given, these are not merely to PARALLEL PASSAGES, or to the same ENGLISH words, which are often as unnecessary as they are misleading; but only to those passages which explain the words in the Original, and which throw light upon their truth and teaching.

If an amended rendering is suggested in the margin, and several references follow, then the reader knows that he has before him ALL the occurrences of such words in the Original. Where there is „&c.“ at the end of such references, then he will know that the Hebrew or Greek word in question occurs too many times for all the passages to be given; but that a sufficient number is selected as evidence in favour of such amended rendering. Thus the reader will be able to judge for himself as to the accuracy of what is suggested: and the Bible becomes its own interpreter.

THE MARGINAL NOTES.

1. In the OLD TESTAMENT all the important readings will be given1 according to Dr. C. D. Ginsburg’s Massoretico-Critical Text of the Hebrew Bible2.

2. In the NEW TESTAMENT all the important readings will be given according to the evidence of the great textual critics, Griesbach, Lachmann, Tischendorf, Tregelles, Alford, Westcott and Hort, and the Revisers‘ Greek Text.

3. There are no words in Hebrew or Greek characters to burden or hinder the English reader. But a complete system of Transliteration, generally approved by Oriental Scholars (see p. x), will enable him readily to put back all such words into the Original characters with ease and accuracy. The Hebrew words are given not in the Inflection found in the Text, but in the root-form in which they will be looked for in Lexicons.

4. All important emendations are given–

(a) Whether required by the above readings,

(b) Or demanded for the sake of uniformity in translation,

(c) Or, where the current renderings are inadequate and open to amendment 3: not otherwise, or merely for the sake of giving an alternative.

5. The facts and phenomena treasured up in the Massōorah are for the first time presented in connection with the A.V. 2 (see Ap. 30).

6. All Figures of Speech are noted, and their bearing on interpretation1. These are the Holy Spirit’s own markings, calling attention to what is emphatic, and worthy of our deepest attention (see Ap. 6).

7. The spiritual significance of Numbers is pointed out1 (see Ap. 10).

8. The principal synonymous words in the Original are distinguished, especially those bearing on sin, atonement, and psychology.

9. The first occurrences of important words and expressions are duly noted1.

10. The most recent Archæeological discoveries in Assyria, Egypt, &c., are included.

11. Eastern manners and customs are explained, as they throw light on the Scriptures.

12. The meanings of Proper Names of persons or places are given where these are suggestive.

13. Money and Coins, Weights and Measures, are referred in every case to Appendix 51.

14. Chronology is dealt with on Biblical lines, which proceed on durations rather than dates. These are adhered to as given in the Bible itself, and are not adapted or made to conform to any system. This transforms a dry study into a subject of deepest interest. The various Charts and Tables are given in Appendix 50.

15. The Structures of the Books are given, and all their parts: which are the surest guide to their interpretation, and the strongest proof of their inspiration1. (See p. viii.)

1 This is the first time that these have been presented in connection with the Authorized Version.

2 These were inaccessible to the past generation of Commentators and Translators.

3 By copying out the A.V., and substituting these amended renderings, the student may make his own new Revised Version.

The marginal notes do not record every POSSIBLE Reading or Emendation, as these would only load the pages with a mass of needless matter. Only those new readings and renderings are given which will remove difficulties from the Text, enlighten the eyes, inform the mind, affect the conscience, instruct the head, and influence the life.

Several of the above points are, for the first time, placed within the reach of the ordinary English reader.

THE STRUCTURES

Referred to on p. vii make THE COMPANION BIBLE an unique edition, and require a special notice.

They give, not a mere Analysis evolved from the Text by human ingenuity, but a Symmetrical Exhibition of the Word itself, which may be discerned by the humblest reader of the Sacred Text, and seen to be one of the most important evidences of the Divine Inspiration of its words.

For these Structures constitute a remarkable phenomenon peculiar to Divine Revelation; and are not found outside it in any other form of known literature.

This distinguishing feature is caused by the repetition of subjects which reappear1, either in alternation or introversion, or a combination of both in many divers manners.

This repetition is called „Correspondence“, which may be by way of similarity of contrast; synthetic or antithetic.

The subjects of the various Members are indicated by letters, which are quite arbitrary and are used only for convenience. The subject of one Member is marked by a letter in Roman type, while the repetition of it is marked by the same letter in Italic type. These are always in line (vertically), one with the other.

When the alphabet is exhausted, it is repeated, as often as may be necessary.

The Structure of the whole book is given at the commencement of each book; and all the succeeding Structures are the expansion of this.

Each Structure is referred back to the page containing the larger Member, of which it is an expansion or development.

The large Members forming a telescopic view of the whole book are thus expanded, divided, and subdivided, until chapters and paragraphs, and even verses and sentences, are seen to form part of a wondrous whole, giving a microscopic view of its manifold details, and showing forth the fact, that while the works of the LORD are great and perfect, the WORD of the LORD is the greatest of His works, and is „perfect“ also (Psalm 19. 7).

THE APPENDIXES

Contain a large amount of information bearing on the various questions raised by the phenomena of the Sacred Text.

Those issued with each of the four volumes pertain principally to such volumes. But in the complete Bible they will all be placed together at the end.

The number of those which are given with the Pentateuch may be out of proportion to the total number, because those issued with Genesis are needed not only for that book, but many of them (such as the Chronological Tables, &c.) contain information that will be required and referred to throughout the Bible.

The order of the Appendixes is determined for the most part by the order in which the subjects are raised in the Text of the Bible.

1 It is this repetition which has made possible the system of Bible-marking known by some as „Railways.”

EXPLANATIONS

REFERENCES. Where there is no name of a book in the margin, the reference is always to the same book , and all the References in the margin are to The Companion Bible, not to any Edition of the, A.V., or R.V.

SUPERIOR FIGURES, in the Text, always refer to the verse, so numbered, in the same chapter.

The repetition of the same subject in a note is sometimes indicated by its initial (capital) letter.

The figures in the left-hand margin relate to two separate matters. Those in brackets, with a „p“, refer to the number of the page on which the corresponding letter and member will be found. The number of the page so indicated holds good until another page number is given.

The other figures refer to the B.C. dates.

THE TRANSLITERATION OF HEBREW WORDS.

WITH the aid of the following Table, any English reader who knows the Hebrew alphabet can put back the English letters into the Hebrew characters, by noting the exact equivalents:–

The six consonants marked with an asterisk (*) have a dot (Dagesh) within them, when placed at the beginning of a word; but not when they are situated in any other part of the word (except when the letter in question is to be doubled, in which case it is doubled in the English).

As an example of the application of the above principles, the following is the first verse in the Hebrew Bible, the Hebrew being read from right to left:–

Chronological List of Works

The Articles were published in Things to Come.

1872 (Editor) Portuguese Reference Bible. Trinitarian Bible Society.

1880 Pamphlet. The Importance of Accuracy in the Study of Holy Scripture . (Material gathered later also in his classic “How To Enjoy The Bible”)

1880 Music. Hymns for the Waiting Church .

1881 Music. The Stars are Shining Bright and Clear. Carol (for Christmas), The Parish Choir, no. 150, p. 598, Medford.

1887 Book. A Critical Lexicon and Concordance to the English and Greek New Testament .

1887 Pamphlet. Ten Sermons on the Second Advent (later title: Minor Works). Sermons preached in Oxford, November.

1887 Pamphlet. The Second Advent in Relation to the Jew . Ch. VII of Minor Works.

1889 Pamphlet. God’s Purpose in Israel: In History, Type and Prophecy . Address at Mildmay Conference, London, October.

1889 Pamphlet. The Name of Jehovah in the Book of Esther .

1889 Music. Fifty Original Hymn-Tunes .

1889 Music. Hymns for Bible Reading .

1889 Music. Hymns on the Second Advent .

1889 Music. Sixty-Six Old Breton Tunes (also titled Chants Chrétien).

1890 Pamphlet. The Inspiration and Authority of Holy Scripture . Address at National Protestant Congress, London.

1890 (Editor) A Key to the Psalms, by Rev. Thomas Boys, M. A.

1891 Pamphlet. The Spirits in Prison: An Exposition of 1 Peter 3:17-4:6 .

1892 Pamphlet. Christ’s Prophetic Teaching in Relation to the Divine Order of His Words and Works .

1892 Pamphlet. The Kingdom and The Church: or, The Parables of Matthew 13 .

1892 Pamphlet. The New Creation and The Old: or, The Ways of God in Grace . Address at Mildmay Conference, London, June. (Material of it also included in the “…Two Natures”)

1892 Pamphlet. The Ways of God in Grace, Illustrated by the Ways of God in Creation (A Bible Reading … June 23).

1893 Book. The witness of the Stars . Kregel Publications, Grand Rapids, Mich. (Brief compendium found in Appendix 12 of Bullinger’s „Companion Bible“)

1893 Pamphlet. Things to Come: An Epitome of Prophetic Truth .

1893 (Editor) Rome’s Tactics: or, A Lesson for England from the Past, by William Goode, D. D.

1894 Book. Number in Scripture: Its Supernatural Design and Spiritual Significance . Kregel Publications, Grand Rapids, Mich.

1894 Journal. Things to Come: A Journal of Biblical Literature. Vol. I Vol. XXI. (in process)

1894 Articles. The Epistle to the Romans and the False Gospels of To-day .

1894 Articles. The Name and Order of the Books of the Old Testament .

1894 Article. The Purpose of the Ages . Address at Nottingham Conference, May. (Brief in Appendix 198)

1894 Article. Rightly Dividing the Word of Truth . Address at Carlisle Conference, May. (Briefly in Right Division, and in he Part I.III of the book How to Enjoy the Bible)

1894 Article. The Seventy Weeks . Address at Glasgow Conference, June. (Briefly in Appendix 91)

1894 Article. Tatian’s Diatessaron . (Within the study In My Name)

1895 Pamphlet. Also: A Bible Study on the Usage of This Word in the New Testament . American Christian Press, New Knoxville, Ohio.

1895 Pamphlet. Sunday School Lessons. 1st, 2nd, 3rd Series .

1895 Article. Fulfilled Prophecy: Edom . Address at York Conference, May.

1895 Article. The Practical Power of Our Hope . Address at Liverpool Conference, Nov.

1895 Article. The Use of the Divine Titles: A Proof of Inspiration . Address at Keswick Conference, Jul. (see below)

1895 Poem. He Gives in Sleep (in Things to Come).

1896 Pamphlet. Holiness: Gods Way Better Than Man’s .

1896 Pamphlet. The Man of God: 2 Tim. 3:16-17 . (Brief in Appendix 49)

1896 Pamphlet. Sunday School Lessons. 4th Series .

1896 Articles and Pamphlet. The Divine Names and Titles . Jeffrey S. Bowman, 17692 Flintstone Lane, Huntington Beach, Calif. (Brief in Appendix 4)

1896 Article. Was Peter Ever at Rome?

1897 Pamphlet. The Massorah . (Brief in Appendix 30)

1897 Pamphlet. Sunday School Lessons. 5th Series .

1897 Article. By Me Kings Reign . Sermon preached at St. Stephen’s Church, Walthamstow, Trinity Sunday Morning, 1886.

1897 Article. First and Last Words in Scripture .

1897 Articles. The Hope of His Calling . Address at Mildmay Conference, Oct. 1896.

1897 Articles. The Structure of the Books of the Bible . (Brief in Appendix 1 of the Old Testament)

1897 Article. The Structure of the Books of the New Testament . (Brief: An Introduction to Structures in the Bible, and in Spanish Structures and Notes of the Pauline Epistles)

1897 (Editor) Holy Scripture: The Sole Authoritative Expositor of Divine Truth, by William Goode, D. D.

1898 Book. Figures of Speech Used in the Bible . Baker Book House, Grand Rapids, Mich.

1898 Pamphlet. Intoned Prayers and Musical Services: Are They in Harmony with the Worship of God in Spirit and in Truth? Address at Evangelical Protestant Union, Manchester, Oct. 1898.

1898 Articles. The Church Epistles. Chapters 1, 2, and Conclusion . The Word Inc., G.P.O. Box 450, Adelaide, South Australia. (see below, the same as in the book)

1898 Article. The Fixing of Dates .

1898 Article. The Last Seven-fold Command of Christ .

1898 Article The Seven Church Epistles As a Whole: Their Interrelations .

1898 Article. The sufferings and The Glory: or, The Transfiguration and Its Lessons . Address at Prophecy conference, Keswick, Jul. 1895.

1898 Article. This is My Body .

1898 Article. What Is the Spirit Saying to the Churches?

1899 Article. Anglo-Israelism: The Root of Its Error. Address at Prophetic Conference, n.d.

1899 Article. Be Perfect.

1899 Article. The Dispensational Position of John’s Gospel: or, The Fig, the Olive, and the Vine .

1899 Article. The Guilty by No Means Cleared .

1899 Article. Made Meet.

1899 Articles. Rationalism and Its Relation to Romanism . Address at National Protestant Congress, Manchester, Nov.

1899 Article. The Royal Road to Holiness .

1899 Article. Sanctification .

1899 Article. Where We Ought to Worship .

1900 Pamphlet. The Vision of Isaiah: Its Structure and Scope . Jeffrey S. Bowman, 17692 Flintstone Lane, Huntington Beach, Calif.

1900 Article. Far Off and Made Nigh .

1900 Articles. Papers on the Apocalypse: Fifteen Preliminary Points . (The same as the Book, see below)

1900 Article. Perfection.

1900 Article. Truth for Times of Trouble .

1900 Article. Where is He?

1900 Music. Hymns for Christian Conferences .

1901 Article. Knowing Christ after the Flesh .

1901 Article. Papers on the Apocalypse . (The same as the Book, see below)

1901 Article. The Paulicians: A Lesson from the Past .

1901 Article. The Zionist Medal and What it Teaches Us .

1902 Book. The Apocalypse or, The Day of the Lord (see Articles, 1900-1901; new title: Commentary on Revelation ). Kregel Publications, Grand Rapids, Mich.

1902 Book. The Church Epistles (see Articles, 1898).

1902 Pamphlet. The Rich Man and Lazarus: or, The Intermediate State?

1902 Articles. The Christian’s Greatest Need . Berean Pub. Trust, Brittania Warehose, Cranleigh, Surrey.

1902 Article. The Great Conflict of the Ages: Gen 3:15-Rev. 20:10 .

1902 Article. The Potter’s House .

1902 Article. Sheol . (Brief in Appendix 35)

1903 Article. A Bible Acrostic .

1903 Article. The Darius Papyrus (with later corrections).

1903 Article. The Divine Plan of the Ages . Address at Mildmay Conference, London, 1902.

1903 Article. The Fallacies of Evolution .

1903 Articles. Hades.

1903 Articles. The Oldest Lesson in the World: or, The End of the Lord as Seen in the Book of Job . Scripture Research Inc., P.O. Box 518, Atascadero, Calif.

1903 Articles. S and s: The Use and Usage of the Word Pneuma (Spirit) in the New Testament .

1904 Pamphlet. Four Prophetic Periods: A Key to the Things Which Must Shortly Come to Pass (rev. ed.)

1904 Article. Christian Evolution?

1904 Articles. The Gospel of the Kingdom: As Set Forth in the Parables of the Sower, the Dinner, and the Supper.

1904 Articles. The Titles of the Psalms . (Brief in Appendix 65)

1904 Articles. The Two Prayers in the Epistle to the Ephesians .

1905 Book. The Giver and His Gifts (see 1903, “S” and “s”; new title: Word Studies on the Holy Spirit). Kregel Publications, Grand Rapids, Mich. Chap. 1, 2, and Appendix. The Word Inc., G.P.O. Box 450, Adelaide, South Australia.

1905 Pamphlet. Jehoshaphat: A Lesson for Our Times .

1905 Pamphlet. The Resurrection of the Body .

1905 Pamphlet. Sheol and Hades: Their Meaning and Usage in the Word of God (see 1902-1903 Articles).

1905 Article. God’s Building .

1905 Article. The Laws of Correspondence in Holy Scripture .

1905 Articles. The Two Natures in the Child of God . Truth For Today, Lafayette, Ind.

1905 Articles. The Zionist Movement in Its Relation to Prophecy . Address at Prophecy Investigation Society, London, Apr. 1904.

1906 Article. The Knowledge of God .

1906 Article. Leaven: Its Biblical Usage and Interpretation .

1906 Article. The Sons of God . (Brief in Appendix 23)

1906 Article. The Vail.

1907 Book. How To Enjoy the Bible . American Christian Press, New Knoxville, Ohio.

1907 Pamphlet. The Lord’s Prayer: Its Dispensational Place and Interpretation .

1907 Article. The Good Deposit: or, Paratheke .

1907 Articles. Hebrews 11 . (Introduction and Chapter 1, see below)

1907 Articles. The Lord’s Day: Rev. 1:10 . Address at Prophecy Inv. Soc., London, Nov. 1906.

1907 Articles. The Pauline Epistles: The Dispensational Teaching of Their Chronological Order . (see above)

1907 Articles. The Songs of Degrees .

1908 Book. The Chief Musician: or, Studies in the Psalms and Their Titles (see 1904, The Titles of the Psalms, and 1907, The Songs of Degrees). Truth For Today, Lafayette, Ind.

1908 Article. Canonical and Chronological Order of Scripture: Samuel and Jeremiah .

1908 Article. Try the Spirits .

1909 Book. The Companion Bible. Part I. Pentateuch .

1909 Article. The Doxology of Romans (16:25-27) .

1909 Article. The Selah in Psalm 44 (see 1908, The Chief Musician).

1909 Articles. The Selah of Psalms 46, 47, 48 (see 1908, The Chief Musician).

1910 Book. The Companion Bible. Part II. Joshua to Job .

1910 Book. The Story of the Breton Mission .

1910 Article. The Site of Zion .

1910 Review. Trusting God in Sickness: A Review of Two Pamphlets, by Philip Mauro.

1910 Review. When Did This Dispensation Begin, by Ada B. Habershon.

1911 Book. The Companion Bible. Part III. Psalms to Song of Solomon .

1911 Book. Great Cloud of Witnesses in Hebrews Eleven (see 1907, Hebrews 11). Kregel Publications, Grand Rapids, Mich.

1911 Article. Alnwick and Glanton .

1911 Article. The Breaking of Bread .

1911 Article. Difficulties in Dispensational Teaching .

1911 Articles. The Lord Hath Spoken: The Foundations of Dispensational Truth .

1912 Book. The Companion Bible. Part IV. Isaiah to Malachi .

PUBLISHED POSTHUMOUSLY:

1914 Book. The Companion Bible. Part V. The Four Gospels .

1914 Article. Abraham Believed God .

1914 Article. The Accomplished Decease .

1914 Article. The Christian’s Standing, Object, and Hope .

1914 Article. Crucified with Christ .

1914 Article. The Cursing of Balak and the Blessing of God .

1914 Articles. The Dispensational Plan of the Bible .

1914 Article. Following Hard .

1914 Article. I Am Black: I Am Vile. I Am Undone .

1914 Article. Mephibosheth: or, the Kindness of God .

1914 Article. Nehemiah: or, the Kindness of God .

1914 Article. Peter’s Fall and Peter’s Recovery .

1914 Article. They Sang His Praise. The Soon Forgot His Works .

1914 Article. Thou Remainest .

1914 Article. Three Attitudes and Utterances of David .

1914 Article. Truth for the Day of Trouble .

1915 Article. Athaliah and Jehosheba .

1915 Article. The Days of the Upright .

1915 Article. Divine Promotion and Preservation .

1915 Article. Earth’s Curse and Its Removal .

1915 Article. Five Postulates for Interpretation .

1915 Article. A New Creation .

1915 Article. The One Sacrifice .

1915 Article. The Pharisee and the Publican .

1915 Article. Praise for Divine Goodness .

1915 Article. Stablished-Strengthened-Settled .

1915 Article. The Woman of Canaan .

1921 Book. The Companion Bible. Part VI. Acts to Revelation .

1922 Book. The Companion Bible. Kregel Publications, Grand Rapids, Mich.

LATER PUBLICATIONS:

Book. The Foundations of Dispensational Truth (see 1911, The Lord Hath Spoken) Truth For Today, Lafayette, Ind.

Book. Selected Writings.

Music. A Prayer Hymn for Those in Active Service . Arr. By George Arthur Clarke, Boston, Mass. Whittemore Associates, 1942. Words by Isabella Stephenson. Music by Ethelbert William Bullinger.

At various times, collections of the pamphlets were privately printed in book form.

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bema = Preisrichterbühne?

Im Neuen Testament ist das griechische „Bema“ ein Podium, ein erhöhter Platz, der im Fall von Jesus (Joh. 19,13) und Paulus (Apg. 25,6) der Ort des Richters war.

bema, "Preisrichterbühne"
bema, „Preisrichterbühne“

12mal kommt dieser Begriff vor, einmal auch als Bema Christi und einmal als Bema Gottes. Nur diesen beiden Fällen übersetzt das Konkordante NT mit „Preisrichterbühne“, sonst mit „Richterbühne“, wie es auch der sonstigen Verwendung entspricht. Leider hat man hier also das Prinzip verlassen, möglichst gleich zu übersetzen. Allerdings wurde nur der Wortbestandteil „bühne“ dick gedruckt, was deutlich macht, dass es sich nur bei diesem Teil um eine direkte Übersetzung handelt. Der vordere Teil „Preisrichter“ ist dünn gedruckt und somit als Zusatz erkennbar. Offensichtlich wurde das gemacht, um die Auslegung in eine bestimmte Richtung zu lenken:

Römer 14,10-11

Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verschmähst du deinen Bruder? Werden wir doch alle vor der Preisrichterbühne [gr. bema] Gottes dargestellt werden; denn es steht geschrieben: So wahr Ich lebe, spricht der Herr: Vor Mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird Gott huldigen.

Es geht hier um Mitchristen (Brüder), die entsprechend der Übersetzung vor der bema dargestellt werden. Deshalb wurde die Übersetzung „Richterbühne“, die sonst passend ist, abgeschwächt mit „Preisrichterbühne“, um einen offensichtlichen Widerspruch nicht aufkommen zu lassen. Fest steht nämlich: Gerichtet werden Gläubige nicht mehr (Römer 8,1; Joh.5,24). Es soll also vermittelt werden, dass nur „Preise“ verteilt werden, was im Text selbst allerdings nicht ausgesagt wird.

Wahrscheinlich liegt die Lösung woanders. Denn „Darstellen“, griechisch „paristemi“ (Strong G3936) kann aber auch mit „neben oder bei etwas stehen“ übersetzt werden. Klar ist: Vor der bema werden Menschen ihre Knie beugen. Dies kann aber nur Ungläubige betreffen, denn Christen haben längst ihre Knie gebeugt.

Treffender übersetzt wäre also, dass wir neben der bema stehen, vor der ausschließlich Ungläubige ihre Knie beugen werden (Phil.2,10). Wir würden also mitrichten.

Dies würde harmonieren mit 1.Kor. 6,1-3

Wagt es wohl jemand unter euch, der einen Rechtshandel mit einem anderen Bruder hat, vor den Ungerechten sein Recht zu suchen und nicht vor den Heiligen? Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun die Welt von euch gerichtet wird, seid ihr dann etwa für so geringfügige Rechtssachen unzuständig? Wisst ihr nicht, dass wir Boten richten werden, geschweige denn Angelegenheiten des täglichen Lebens?

Hier geht es darum, dass  Christen untereinander ihren Rechtsstreit vor ungläubigen Richtern ausgetragen haben, statt Unrecht zu erleiden (V.7). Dann gibt Paulus ein Ausblick auf ein Richteramt, das Gläubige zukünftig ausfüllen werden. Sie werden die Welt und Boten (Engel) richten. Dies wird möglicherweise bei verschiedenen Gerichten der Fall sein, eines ist sicher das vor dem großen weißen Thron.

Ein weiteres Mal taucht die Übersetzung Preisrichterbühne, diesmal die des Christus in 2. Kor. 5,10 auf:

Denn wir alle müssen vorne vor der Preisrichterbühne [gr. bema] des Christus offenbar gemacht werden, damit ein jeder das wiederbekomme, was er durch den Körper verübte, sei es gut oder schlecht.

Auch diese Übersetzung ist nicht alternativlos. Übersetzbar ist auch, dass „alle zu uns hin offenbart werden müssen“ [*]. In diesem Fall wären die Gläubigen wieder mitrichtend und „alle“ wäre die Welt, der Kosmos aus 1.Kor.6,2. Mit Vers 11 ist sowieso ausgeschlossen, dass Gläubige vor der Preisrichterbühne Christus offenbart werden, denn Gott gegenüber sind wir es schon (Eph. 5,8ff).

Oft wird das Geschehen vor der bema mit dem Zurechtbringen von Gläubigen gleichgesetzt, wie es hier beschrieben ist. Dies paßt aus verschiedenen Gründen nicht. Beispielsweise ist es ein Unterschied, ob man das Schlechte „wiederbekommt“, wie vor der bema oder ob es hinweggenommen und vernichtet wird, wie es in 1. Kor. 3 beschrieben ist.

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aion

Das griechische Wort aion
Auszug aus „Theologsiches Begriffslexikon zum Neuen Testament, Studienausgabe Band 2, Theologischer Verlag R. Brockhaus Wuppertal, 1977, Seite 1457 ff.

aion bedeutet Äon, Lebenszeit, Weltzeit, lange Zeit, Ewigkeit

Das griech. Wort aion unterscheidet sich von seinen indogerm. Parallelen (lat. aevum, deutsch ewig) dadurch, dass es nicht so sehr von einer abstrakten Zeitdauer, sondern von einer gelebten Zeit her gedacht ist…

Dass aion in der LXX (= Septuaginta, das ist die älteste griech. Übersetzung des AT, die im 3. Jh. v. Chr. auf der Insel Pharos 72 Schriftgelehrte herstellten, Anm. des Webmasters) in über 450 Belegen, davon über 100 in den Psalmen, zum Äquivalent für das hebr. olam=Dauer, Ewigkeit, wurde, liegt an der Ausgangsbedeutung Lebenszeit.

In allen Fällen ist ein auf das ganze Leben ausgedehntes, aber auch auf dieses beschränktes Geschehen gemeint, auch dann, wenn es sich um Verheißung lebenslanges Königtums (1. Sam 13,13), um Vertrauen des Volkes zu Mose, solange er lebt (Ex. 19,9), oder um lebenslängliches Vasallenverhältnis (1. Sam 27,12) handelt. Ganz selbstverständlich hört all dies mit dem Tode dessen auf, von dem es gesagt wird.

Das gilt natürlich auch dann, wenn solche Aussagen nicht von einem Einzelmenschen, sondern von Generationen (Ex 40,15; 32,13 u.a.) oder dem ganzen Volk gemacht werden (Jos 4,7; Ri 2,1). Mit dem Untergang dieser Größen ist auch die hier gemeinte Zeit beendet…

An dieser Stelle ergibt sich die einfachste der denkbaren Erklärungsmöglichkeiten für die sog. Ewigkeitsformeln: „Gelobt sei Jahwe, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (1Chr 16,36 u.a.). Israel wird zu stetigem Dank und Lob aufgerufen; die Dauer des Lobes ist also gebunden an die Dauer des Volkes in seinen Generationen. Und tatsächlich stehen in V.15 auch „ewig“ und „auf tausend Geschlechter“ im Parallelismus. So erhält die Formel „von Ewigkeit zu Ewigkeit “ ihren wahren Sinn zurück, da es auch in ihr nicht um eine abstrakt und unendlich gedachte Ewigkeit an sich, sondern um das lebendig lobende Gegenüber zu Gott geht. Zeigt doch 1Sam 2,30 mmit 3,13f. deutlich genug, das Gottes ewige Zusagen nie eine abstrakte Unwandelbarkeit, sondern eine gegenseitige Zugehörigkeit mit dem Menschen zum Inhalt haben: Solange sie intakt ist, ist sie ewig, sie kann nicht zerbrechen.

Auch die großen Verheißungen, die für ewig gesetzt sind, sind nicht einfach zeitlos und unverrückbar gültig, sondern bleiben an den lebendigen Bezug zum lebendigen Gott gebunden (1.Kö 9: Ewigkeit des Tempels an Gottes lebendige Anwesenheit gebunden; 2.Sam 7: die Ewigkeit des Königtums).

Im NT findet sich das Substantiv aion in folgenden Bedeutungen:

a) lange Zeit, Zeitdauer

b) Weltzeit, Weltdauer (z.B. Mt 13,39; 28,20) Auch die Weltgeschichte, Ablauf des Weltgeschehens, auch im Plural als Reihe aufeinanderfolgender Äonen (Hebr 9,26; 1Kor 10,11 u.a.).

Zuweilen liegt die Bedeutung Welt im räumlichen Sinn vor.

Überschaut man den Gebrauch des Wortes aion, Äon, und die damit verbundene Eschatologie, so kann man feststellen, dass das NT von der Ewigkeit in den Kategorien der Zeit spricht.

Der Ausdruck „zukünftiger Äon“ wid nur mit größter Zurückhaltung gebraucht. Das Kommende ist nur relevant im Blick auf die jeweilige Gegenwart. Bewusste Zurückhaltung vor Geschehnissen, die zu wissen verwehrt ist (1Thess 5,1ff; Mt 24,37ff); keine Spekulationen über den Zustand und den Zeitpunkt des kommenden Äon.

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Die Einzigartigkeit der Bibel

Die Einzigartigkeit ihrer Entstehung

Autorenteams gibt es viele, allerdings hat niemals ein Team über einen Zeitraum von 1500 Jahren zusammen gearbeitet. Wie sollte das auch organisiert werden? Genau so ist aber die Bibel entstanden, über 50 Generationen von Schreibern aus allen gesellschaftlichen Schichten und mit unterschiedlichster Bildung haben an diesem Projekt gearbeitet. Mose beispielsweise war ein Politiker, Salomo ein König und Petrus ein Fischer.

Die Bücher der Bibel wurden in drei Kontinenten geschrieben (Asien, Afrika, Europa) und dort unter unterschiedlichsten Umständen. Mose hat in der Wüste Ruhe zum Schreiben gefunden, Jeremia in einem Kerker, Lukas auf Reisen und David in seinem Palast.

Lange sah es auch so aus, als ob es nie zu einem Neuen Testament kommen sollte. Wie der Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtete, respektierte man das sogenannte Alte Testament derart, dass nach seiner Fertigstellung um 400 v. Chr. es niemand gewagt hätte, etwas hinzuzufügen. Selbst Jesus hat keinen Satz angefügt.

Erst 450 Jahre später (also gegen 50 n.Chr.), begannen dann urplötzlich wieder Autoren für Gott zu schreiben. Lebensbeschreibungen von Jesus hier, prophetische Briefe dort. Von den Christengemeinden wurden die Rollen gesammelt und als wunderbare Einheit endeckt:

Die Einzigartigkeit ihrer Einheit

Hunderte von umstrittenen Themen werden in der Bibel behandelt. Über Geschichte, Philosophie, über den Kosmos, die Natur und den Menschen. Es lassen sich „gewagte“ Prophetien, Lebens- und Reisebeschreibungen, Gedichte und andere Literaturformen finden. Über Jahrhunderte studieren die Menschen darin und scheiden die Geister. Die Gläubigen aber wissen, dass die Bibel widerspruchsfrei ist. Auch diese Internetseiten sollen dies belegen!

Die Einzigartigkeit ihrer Aktualität

Millionen von Büchern wurden auf der Welt bisher schon geschrieben, die innerhalb kürzester Zeit in totale Vergessenheit gerieten. Natürlich gibt es Ausnahmen. Welche Bücher des Mittelalters werden noch in großer Auflage gedruckt und von einem breiten Publikum gelesen?

Teile der Bibel gehören zu den ältesten bis heute erhaltenen Schriften überhaupt und werden dennoch von Millionen Menschen begierig gelesen.

Ein Grund ist das anfangs genannte Wirken des Geistes Gottes, so dass Menschen unter unterschiedlichsten Umständen, in Kriegs- und Friedenszeiten, im dunklen Mittelalter und in unserer „aufgeklärten“ Welt sich darauf stützen konnten und davon gezehrt haben.

Die Leserschaft ist extrem heterogen: Kleine Kinder erfreuen sich an lehrreichen, erbaulichen Geschichten und Wissenschafter erforschen die selben Texte in jahrelanger Kleinarbeit und wundern sich immer wieder über den tiefsinnigen Inhalt.

Die Einzigartigkeit ihrer Verbreitung

Nach dem schon genannten ist es eigentlich schon nicht mehr verwunderlich, daß die Bibel zu den ersten Büchern gehört, die übersetzt wurden: Rund 250 v. Chr. wurde das gesamte AT in die griechische Sprache übersetzt (Septuaginta). Seitdem ist die Bibel um ein Vielfaches mehr übersetzt und kommentiert worden als jedes andere Buch vorher. Mittlerweile wurde die Bibel in 2287 Sprachen übersetzt. Das ist einsamer Rekord!

Die Bibel wurde also von mehr Menschen gelesen und in größeren Mengen verkauft als jedes andere Buch der Welt. Ein wahrer Megaseller! 1986 wurden über 600 Millionen Bibeln oder Bibelteile verkauft.

Die Einzigartigkeit ihrer Überlieferung

Ein Multimillionenseller kann nicht so schnell verloren gehen. Die Gefahr war in den Anfangszeiten der Bibel schon viel eher gegeben. Auf leicht verderblichem Material geschrieben, mußte sie ständig von Hand abgeschrieben werden. Das wurde dann aber auch in einem vergleichsweise großen Maßstab durchgeführt. Während von klassischen Werken ein Duzend Abschriften schon erstaunlich viel sind, gibt es vom wesentlich älteren Neuen Testament 4.000 Handschriften und noch etwa 9.000 Handschriften der antiken Übersetzungen (hauptsächlich lateinisch). Vom Alten Testament existieren zwar weniger Übersetzungen, die aber durch eine überaus große Qualität glänzen. Die alten Rabbiner hatten Register aller Buchstaben, Silben, Wörter und Zeilen des Alten Testaments und speziell ausgebildete Schreiber.

Texte von Shakespeare, die wenige hundert Jahre alt sind, wurden dagegen stümperhaft und ungenau übersetzt. Wer zählte auch jemals die Worte seiner Werke?

Große Vernichtungsversuche der Bibel (z.B. durch den römischen Kaiser Diokletian 303 n. Chr.) führten eher dazu, daß sich die Bibel danach noch stärker ausbreitete.

Ebenso hat die Bibel intellektuelle Vernichtungsversuche sehr gut überstanden. Es ist mit Abstand das meistkritisierte Buch der Welt. Aber während die Werke der Kritiker in Vergessenheit geraten sind, ist die Bibel präsenter als je zuvor.

Die Einzigartig ihres literarischen Charakters

Verwunderlich ist, daß die Bibel nicht in Alexandria oder Athen, den damaligen Zentren der Wissenschaft entstanden ist, sondern von teilweise ungelehrten Menschen eines kleinen Volkes, das sich nie besonders für andere Völker interessiert hat.

Erstaunlicherweise ist dieses Buch trotzdem ein Weltbuch geworden, das nicht nur das Interesse weniger Altertumsspezialisten fand, sondern in allen übersetzten Sprachen zum größten literarischen Werk wurde.

Unser Hochdeutsch wurde von dem ausdrucksvollen Deutsch der Lutherbibel geformt, die holländische Sprache wurde geprägt durch die „Statenbibel“. Die englische Sprache hat wesentliche Impulse aus der „King-James-Übersetzung“ erhalten.

Viele Autoren, darunter viele Nichtchristen, sind von der literarischen Qualität der Bibel beeindruckt. Arthur Brisbane fand z.B. folgende herausragende Vertreter verschiedenster Literaturgattungen in der Bibel: lyrische Poesie: die Psalmen; epische Poesie: die Genesis; dramatische Poesie: Hiob; historische Erzählkunst: die Bücher Samuel, Könige und Chronika; ländliche Idylle: Ruth; praktische Weisheit: Sprüche; philosophische Betrachtungen: Prediger; ergreifende Tiefe: Jesaja; Kurzgeschichten: die Evangelien; Briefe: die verschiedenen Epistel des NT; mitreißende Mystik: Offenbarung.

Einzigartigkeit in ihrem moralischen Charakter

Einzigartig zeigt sich die Bibel aber besonders darin, daß sie eine Morallehre darbietet, die dem Normalempfinden des Menschen radikal entgegengesetzt ist. Die Empfehlung, die zu lieben, die uns hassen und verfolgen, provoziert und erzeugt Widerspruch.
Andere Religionen verlangen von den Menschen ständige Anstrengungen, um die in Aussicht gestellte Belohnung zu ergattern. Dabei leben sie dauernd in der Angst, den hohen Ansprüchen nicht zu genügen und letztlich doch zu scheitern.

Die christliche Alternative ist da ganz anders. Um Christ zu werden, sind keine teuren Selbsterfahrungskurse, jahrelange Askese oder Heldentaten nötig. Man kann sogar von sich aus gar nicht Christ werden. Es ist allein Gott, der handelt und Menschen zu Seinen Nachfolgern beruft. Der von Natur aufgeblasene, egozentrische Mensch wird in seine Schranken gewiesen.

Deswegen scheut sich die Bibel nicht, im Unterschied zu grundlegenden Werken vieler Religionen, die prominentesten Glaubensvorbilder lebensecht zu beschreiben, mit all ihren Sünden und Vergehen. David z.B. beging Ehebruch und Mord, Petrus einen Meineid usw.

Einzigartigkeit in der Erfüllung von Prophezeiungen

Die 66 Bücher der Bibel bestehen aus 1.189 Kapiteln oder 31.176 Versen. Von diesen Versen enthalten etwa 6.408 Verse prophetische Aussagen. Davon haben sich bereits ca. 3.268 erfüllt. Prophezeiungen des AT betreffen nur Zeiträume, in denen Gott mit Israel als auserwähltem Volk arbeitet, was momentan zwar nicht der Fall ist, aber im kommenden 1000-jährigen Reich wieder der Fall sein wird. Es ist also vergeblich, Ereignisse der jetzigen Zeit als Prohezeihungen im AT finden zu wollen. Das Leben Jesu dagegen ist sehr detailliert prophezeit worden, z.B.:

Diese teils verblüffend detaillierten Prophezeiungen wurden nachweislich hunderte von Jahren von dem Ereignis getroffen. So fand man 1947 im Gebiet von Quamran am Toten Meer Manuskripte u.a. des Buches Jesaja (der um 700 v.Chr. gelebt hat), die mindestens aus dem 1. bis 2. Jahrhundert vor Christi stammen und die Genauigkeit der bis dahin bekannten Schriftrollen bestätigten. Die historische Glaubwürdigkeit der Bibel wird also auch hier eindrucksvoll bestätigt.

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Konkordante Übersetzungen

Die Übersetzung des Aquila (um 120 n.Chr.)

Ein erstes Beispiel dafür, wie eine Übersetzung Streitgegenstand werden kann, liefert die Septuaginta, die erste Übersetzung des AT vom Hebräischen in die damals vorherrschende griechische Sprache. Das Judentum empfand die Übersetzung „ihres“ Testaments an vielen Stellen als zu ungenau und suchte nach einer Alternative. Diese lieferte zur Zeit Kaiser Hadrians (117-138) ein aus Sinope am Schwarzen Meer stammender und zum Judentum übergetretene Aquila, der in Palästina ein Schüler des berühmten Rabbi Akiba geworden war. Akiba hatte das jüdische Schriftgelehrtentum dazu erzogen, bei der Auslegung des Alten Testaments auch auf die unscheinbarsten Kleinigkeiten großes Gewicht zu legen und daraus oft die wunderlichsten Theorien zu entwickeln. Aquila machte es sich so beeinflusst zur Pflicht, den hebräischen Wortlaut möglichst wortgetreu ins Griechische zu übersetzen, das heißt so, dass möglichst viele seiner Eigentümlichkeiten mit möglichster Entsprechung im Griechischen wiederkehrten. Dabei wendete er wohl als erster das konkordante Prinzip an, Wörter einer hebräischen Wortgruppe auch im Griechischen nur durch Wörter einer einzigen Wortgruppe wiederzugeben. Sein Bemühen war sogar, im Griechischen gleich viele Worte zu gebrauchen, wie er im Urtext vorfand, so dass die Übersetzung auch nach der Zahl der Worte dem Urtext glich (und selbstverständlich auch die gleiche Reihenfolge der Wörter enthielt).

Die Übersetzung des Aquila errang bei den Juden hohes Ansehen. Keine der späteren Übersetzungen vermochte ihr den Rang abzulaufen, und sie wurde auch wie vor ihr die Septuaginta bei der gottesdienstlichen Schriftlesung gebraucht. Man schätzte an ihr gerade die getreue Wiedergabe des hebräischen Wortlauts und nahm dafür gerne in Kauf, dass sie kein gutes, vielfach schlechtes und manchmal völlig unverständliches Griechisch enthielt. Eine fruchtbare Verwendung im Gottesdienst kann man sich ohne gelehrte Erläuterung kaum vorstellen, noch weniger freilich eine Verwendung in der Missionsarbeit.

Die Verdeutschung von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig (1925-1961)

Martin Buber
Martin Buber

Schon vor dem Ersten Weltkrieg trug sich der jüdische Philosoph und Gelehrte Martin Buber (Photo links) mit dem Gedanken einer Übersetzung der hebräischen Bibel, um den zunehmend säkularisierten Juden in Deutschland die Schrift wieder neu zu erschließen. Durch die Kriegsjahre konnte das Projekt zunächst nicht fortgesetzt werden. Im Jahr 1925 erhielt Buber eine Anfrage von dem jungen christlichen Verleger Lambert Schneider, der seine Verlagsarbeit mit einer Übersetzung des „Alten Testaments“ durch Martin Buber beginnen wollte. Für Buber war dies „wie ein Zeichen“. Gemeinsam mit dem jüdischen Sprachphilosophen Franz Rosenzweig, der damals bereits schwer krank war, nahm er das Werk in Angriff. Vier Jahre später starb Rosenzweig, der das Projekt noch bis zu dem „Lied vom leidenden Gottesknecht“ in Jesaja 53 begleiten konnte. Buber verließ Deutschland im Sommer 1938 und ging nach Jerusalem, wo er an der Hebräischen Universität unterrichtete. Dort setzte er seine Übersetzungsarbeit fort, bis „Die Schrift“ im Jahr 1961 vollendet war.

Es macht den besonderen Charakter der Buber/Rosenzweigschen Übersetzung aus, dass sie das hebräische Original nicht nur dem Inhalt, sondern ebenso seiner Form nach im Deutschen nachzubilden sucht. Dies ist darin begründet, dass das Wort der Bibel für Buber und Rosenzweig eigentlich gesprochenes Wort, unmittelbare Ansprache an Zuhörende ist, deren Sprachgestalt nicht ohne Schaden preisgegeben werden kann.

In der jüdischen Tradition ist die Schrift bestimmt, vorgetragen zu werden …; schon die hebräische Bezeichnung für lesen bedeutet: ausrufen, der traditionelle Name der Bibel ist: die Lesung, eigentlich also: die Ausrufung; und Gott sagt zu Josua nicht, das Buch der Tora solle ihm nicht aus den Augen, sondern es solle ihm nicht aus dem Munde weichen … So aufgenommener Gesprochenheit also soll die deutsche Lautgestalt entsprechen, selbstverständlich nicht für das stumme Lesen, sondern für den richtigen, den vollen Lautwert herausholenden Vortrag.

Eine große Rolle spielt dabei die Gliederung des Textes in „natürliche, von den Gesetzen des menschlichen Atems regierte, sinnmäßig geschlossene Sprechabsätze“, sog. „Kola“, von denen jede eine „rhythmisch geordnete Einheit“ bildet. (In der Druckfassung entspricht dem die durchgängige Gliederung in Sinnzeilen.) Oft sind es bestimmte „Leitworte“, durch die sich diese Rhythmisierung ergibt.

Ein Beispiel hierfür ist die Turmbauerzählung (1.Mose/Genesis 11,1-9). Sieben mehrfach wiederkehrende Leitworte kennzeichnen darin die Entsprechung zwischen der Handlung der Menschen und der Gegenhandlung Gottes. Es sind die Leitworte: alle Erde, Mundart, vermengen, heran!, bauen, Stadt, Name und zerstreuen.

Aufgrund der besonderen Funktion der Leitworte ist es für Buber geboten, für jedes hebräische Wort unabhängig vom jeweiligen Sinnzusammenhang eine gleichbleibende deutsche Entsprechung zu verwenden, darüber hinaus werden wurzelverwandte hebräische Wortgruppen durch wurzelverwandte deutsche Wortgruppen wiedergegeben (chäsäd = Huld; chasad = hold sein; chasidim = die Holden).

Die allseits besonders auch wegen der literarischen Qualität hochgelobte Übersetzung wurde 1953 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt, da es mit diesem Werk gelungen ist, den Deutschen eine unverstelltere Sicht als bisher auf das Alte Testament und damit auf das Judentum zu ermöglichen. Dieser Preis zeigt auch, dass die Bibel, ihrem Inhalt angemessen, auf allerhöchstem literarischen Niveau geschrieben wurde.

Leider wurde die Konkordanz nicht veröffentlicht, die es ermöglichen würde, die Übersetzung nachzuvollziehen. So bleiben einige Fragen offen, da einige Begriffe offensichtlich abweichend vom Prinzip doch fallweise übersetzt wurden. Insofern kann nur ansatzweise von einer konkordanten Übersetzung gesprochen werden.

Um einen Eindruck von der Typographie und der Wortwahl dieser Übersetzung zu gewinnen, ein Beispieltext (Psalm 67,1-5) :

PREISUNGEN

LXVII

Des Chormeisters, zum Saitenspiel,
ein Harfenspiel, ein Gesang.
Gott leihe uns Gunst, segne uns,
er lasse mit uns leuchten sein Antlitz! –
/Empor!/
Daß man auf Erden erkenne deinen Weg,
in aller Stämmewelt dein Befreien!
Die Völker danken dir, Gott,
die Völker danken dir alle,
die Nationen freun sich und jubeln.
Denn du richtest Völker mit Geradheit,
Nationen, du leitest sie auf Erden.
/Empor!/

Das Münchener Neue Testament (MNT, ab 1988)

Am Anfang stand ein von Prof. Dr. Otto Kuss angeregter Übersetzerkreis für seine Promovenden. „Gängige“ Übersetzungen wurden anfangs bewußt vermieden, Wortschöpfungen eher gesucht als verworfen und alles eingeklammert, was im griechischen Text keine Entsprechung hat; später, als sich der Schülerkreis 1970 zum Verein Collegium Biblicum München (CBM) e.V. zusammenschloss und allmählich der Plan zur Veröffentlichung der Übersetzung entstand, wurden Kompromisse eingegangen, um „die Anstößigkeit des Textes nicht zu überziehen“. Zwar ist die Übersetzung an möglichst einheitlicher Wiedergabe des Urtextes interessiert und um konkordante Wiedergabe griechischer Wörter und Begriffe bemüht, dennoch wurde nur mit einer „weitgehenden“ Konkordanz gearbeitet und das konkordante Prinzip nicht „um jeden Preis“ und nicht „mechanisch“ verfolgt. [Anm. der Redaktion: Wie an einem Beispiel noch gezeigt wird, ist man leider Kompromisse eingegangen, indem man auf die Übersetzungstradition bzw. die herrschende Theologie Rücksicht genommen hat (s.u.).]
Die aktuelle 5. Auflage (1998) wurde mit Computerunterstützung und einem ergänztem wissenschaftichen Mitarbeiterstab einer Revision unterzogen, dennoch wurde wieder nicht konsequent konkordant übersetzt, sondern nur dort „wo sich die konkordante Übersetzung zwingend nahelegte oder leicht herstellbar war“ (aus den Vorworten).
Das Ergebnis ist eine Studienbibel, die zwar teilweise schwer lesbar ist („Von den Etwas-zu-sein-Geltenden aber – was für welche einst sie waren, geht mich nichts an; (das) Gesicht eines Menschen nimmt Gott nicht – denn mir hinzuauferlegten die Geltenden nichts“, Gal. 2:6) aber dennoch an einigen Stellen theologisch interpretiert, statt konsequent konkordant zu übersetzen.
So gibt es immer noch das Wort „ewig“ („und im kommenden Aion [Aion wird also hier gar nicht übersetzt] ewiges [so wurde „aionion“ falsch übersetzt] Leben“; Mk 10,30). Und in Mk. 3,29 wurde das gleiche „Aion“ aus völlig unverständlichen Gründen wieder mit dem traditionellen falschen „Ewigkeit“ übersetzt. Somit hat man die Nachteile einer wortgetreuen Übersetzung (die schwere Lesbarkeit) ohne die Vorteile einer konsequent konkordanten und damit genauen Übersetzung. Bestenfalls kann sie daher als Übergangsstufe zu richtig konkordanten Übersetzungen dienen, wie es die folgenden beiden sind:

Das Konkordante Neue Testament (KNT, ab 1910)

A.E. Knoch
A.E. Knoch

1939 erschien im Konkordanten Verlag „Die Heilige Schrift. Konkordante Wiedergabe mit Stichwortkonkordanz des Urtextes, Sprachfiguren, Grammatik, Betonung“. Diese Ausgabe, die nur das Neue Testament enthält, ist von einer Arbeitsgemeinschaft erschaffen worden, deren geistiger und geistlicher Leiter der Deutschamerikaner Adolph Ernst Knoch (Los Angeles, 1874-1965, Photo links) war. Bis heute wird dieses Werk fortgesetzt, das AT ist bislang nur in Teilen übersetzt. In der „Konkordanten Wiedergabe“ tritt sein Name nicht auf; Knoch hat aber unter seinem Namen zahlreiche biblische Schriften veröffentlicht, teils als selbständige Schriften, teils als Aufsätze in der Zweimonatszeitschrift „Unausforschlicher Reichtum“.

Worte, die sich im Urtext nicht finden (z.B. der unbestimmte Artikel, Hilfzeitwörter) sind in gewöhnlichem Druck gehalten, direkt übersetzte Worte in Fettdruck. Fußnoten finden sich nicht. Es sind aber in Kleindruck Hinweise auf alttestamentliche Beleg- sowie neu- und alttestamentliche Parallelstellen in großer Zahl in die Übersetzungen eingefügt; auch ist mit Abkürzungen (Punkte, Striche, große und kleine Buchstaben, auch kursiv gedruck usw.) auf allerlei Eigentümlichkeiten aufmerksam gemacht, wenn z.B. im Urtext der Artikel steht, wenn die Mehrzahl gebraucht ist, eine Handlung gemeint ist, bildliche Redeweise vorliegt usw.

Der wichtigste Teil der Ausgabe ist eine sogenannte Stichwortkonkordanz, die ungefähr den gleichen Umfang wie der Bibeltext selbst hat. Hier sind sämtliche in der konkordanten Übersetzung gebrauchten deutschen Wörter (in Fettdruck) aufgezählt, aber auch (in gewöhnlichem Druck) alle sonstigen im Luthertext vorkommenden Wörter, jeweils mit kurzer Angabe, welche Wörter in der konkordanten Übersetzung an ihre Stelle getreten sind. Andererseits wird bei den in der konkordanten Übersetzung verwandten Wörtern mitgeteilt, welches griechische Wort ihnen entspricht (oft mit Angaben über dessen Ableitung); ferner werden Belegstellen aufgeführt (mit kurzer Charakterisierung, so dass man sogleich sieht, um was es sich handelt; bei größeren Artikeln sind die Belegstellen gruppiert), und am Schluss wird jeweils angegeben, welche Wörter Luther verwandt hat und wie häufig er diese oder jene Wiedergabe gebraucht hat.

Da Knoch anders als Aquila (in gewöhnlichem Druck gehaltene) Füllworte zulässt, wurde ein verständliches Deutsch erreicht. Was dem Benutzer am meisten auffällt, ist der vielfach ungewöhnliche Wortschatz, der in Beispielen noch vorgestellt wird.

Die Grundsätze, die dazu geführt haben sind: „Jedes griechische Wort wird, soweit möglich, durch denselben deutschen Ausdruck wiedergegeben. Wo der Sprachgebrauch mehrere deutsche Wörter für ein griechisches fordert, ist dies aus der Konkordanz zu ersehen. Jedes deutsche Wort dient, wenn irgend möglich, zur Wiedergabe nur eines griechischen. Dadurch wird viel Verwirrung vermieden und private Ansichten werden nach Möglichkeit ausgeschaltet“.

Unsere Beispielstelle Psalm 67,1-5 lautet in der Konkordanten Wiedergabe (ohne Sonderzeichen):

67 Ein Psalm Nach David – Ein Lied

2 Elohim, Er sei uns gnädig und segne uns.
Sein Angesicht erleuchte uns,

Zwischenspiel

3 damit man auf der Erde Deinen Weg erkenne -,
Deine Rettung unter allen Nationen.
4 Völker sollen Dir huldigen, Elohim,
Völker sollen Dir huldigen – sie alle!
5 Alle Völkerstämme werden sich freuen und jubeln,
da Du die Völker richten wirst in Geradheit,
und die Volksstämme auf Erden – Du wirst sie leiten!

Zwischenspiel

Die DaBhaR-Übersetzung (1975-1990)

1975 begann der Physiker, Patentingenieur und Patentassessor Fritz Henning Baader (Schömberg-Langenbrand/Schwarzwald) mit einem umfangreichen, meist ehrenamtlichen Mitabeiterstab ein besonderes Übersetzungsprojekt: Die DaBhaR (hebräisch für „Wort, Sache, Realität“). Parallel dazu hat Baader verschiedene Lehrbücher zur Übersetzung aus dem Hebräischen und Griechischen herausgegeben, so das „Lehrbuch der hebräischen Sprache“, die 1986 erschienene „Semantik des biblischen Hebräisch“ und die „Hellenischsprachige Darstellung der Geschriebenen“.

Bei der Übersetzung der Heiligen Schrift wurde nach den lexikalischen Vorarbeiten (Festlegung der deutschen Wortstandards für die Grundtextwörter) zunächst eine Übersetzung bei Verwendung dieser Standards erstellt und mit einer Grundtextkonkordanz überprüft, ob jedes Wort der Übersetzung mit dem – auch für jede grammatische Wortform festgelegten – Standard übereinstimmt (Checkgang). In mehreren Durchgängen (Iterationsverfahren) wurden dann die Standards laufend verbessert und das Zeichensystem für die grammatischen Formen und Standardwortanzeiger ständig erweitert. Während in den Arbeiten bis 1983 das Schwergewicht auf der lexikalischen, d.h. die Standards betreffende Seite lag, wurde anschließend die grammatische Seite mehr berücksichtigt. Die Hauptaufgabe bestand darin, die Übersetzungen bei überschneidungsfreien, nach Wortfamilien geordneten Standards ohne Verringerung der Genauigkeit gut lesbar zu machen. Nachdem die Arbeiten an der ersten Ausgabe der DaBhaR-Übersetzung 1987 weitgehend abgeschlossen waren, ergab sich die Aufgabe, die in den Jahren des Übersetzens gesammelte Erfahrung (verbesserte Standards und einheitliche Berücksichtigung der grammatischen Gegebenheiten) auch in der ab 1978 erschienen ersten Edition zu berücksichtigen und somit in einer zweiten Ausgabe ein noch einheitlicheres Werk vorzulegen.

Ergänzend sind außerdem Konkordanzen zum Alten und Neuen Testament entstanden sowie diverse Auslegungen zu biblischen Themen (Prophetie, Namen- und Zahlenkonkordanz, Wortbetrachtungen usw.).

Wie deutlich wird, ist diese Übersetzung wohl mit dem größten Aufwand betrieben worden. Neben einer streng konkordanten Übersetzung aller Wörter (das heißt einer Wort-zu-Wort Übersetzung) wurden selbst die Verbformen identisch übernommen. Obwohl in Kusivdruck auch Füllworte zugelassen wurden, ist das Ergebnis eine extrem ungewohnte, aber hochgenaue Studienbibel. Zum Vorlesen ist sie allerdings genauso wenig geeignet wie die Bibel von Aquila.

Eine Kostprobe (Psalm 67,1-5, ohne Sonderzeichen):

67
Die Völker danken und freuen sich

1 Dem Überdauernden.
In Saitenspielen.
Psalm. Lied.
2 ÄloHIM begnadet uns und segnet uns,
er erlichtet sein Angesicht samt uns
– SäLaH-
3 zu erkennen im Erdland deinen Weg,
in allen Nationen deine Rettung.
4 Es danken dir die Völker, ÄloHiM,
es danken dir die Völker, sie alle
5 Es freuen sich und lichtrufen
die Volksstämme,
denn du richtigst die Völker
in Geradigtem,
und die Volksstämme,
im Erdland leitest du sie.
SäLaH.

Freilich kann erst nach einer gewissen Zeit der Gewöhnung mit dieser Übersetzung gearbeitet werden. Durch die ungewohnte Wortwahl wird man aber immer wieder zum Nach- und Überdenken aufgefordert. In Vers 5 kann man nur so erkennen, dass es statt Richten so wie es in der Konkordanten Übersetzung und der von Buber genutzt wird, eigentlich Richtigen heißt, d.h. von einem Zurechtbringen der Völker die Rede ist. Die Verwendung der Neuschöpfung „Lichtrufen“ (V. 5) wird in der „Begriffserklärung“ im Anhang erläutert:

Lichtrufen (RaNaN):Ein helles (lichtes) Rufen, ein Künden im Jubelton (Jes. 3,6), auch der singende Ruf in der Lichtesfreude der Rettung (Psalm 20,6). Der Wortstamm RoN Licht-Ertönung (Ps 32,7) ist eine Umdrehung des Wortstamms (NeR) Leuchte, der auch in dem Wort MöNORaH [Menora] Leuchter erscheint. Die Lichtkomponente wurde deshalb in der Wiedergabe von Wörtern mit dem Wortstamm RN berücksichtigt.

Im Kontext verdeutlicht es, dass sich die Völker freuen, weil sie allesamt von Elohim errettet (gerichtigt) werden. Es fällt außerdem auf, dass in der Übersetzung vom Buber Elohim mit Gott übersetzt wurde, obwohl es nur eine von vielen Bezeichnungen von Gott ist (neben El, Eloah, Jewe, usw). Elohim bedeutet: die zu Al hin Unterordnenden. Diese können der Vater gemeinsam mit Seinem Sohn (wie in diesem Fall) oder Boten oder sogar Menschen sein. Wie auch in diesem Fall wurden Namen nicht eingedeutscht, sondern nur eine geeignete Laut-Transkription gewählt, weil Baader Namen und ihrer Ausprache hohe Bedeutung beimisst.

Fazit

Möchte man genauer wissen, was Gott wirklich aufschreiben ließ, sind die DaBhaR und das KNT im deutschen Sprachraum unverzichtbar. Daher sollte zumindest eine davon von jedem Gläubigen regelmäßig genutzt werden.

 

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Die konkordante Übersetzungsmethode

Was bedeutet „konkordant“?

„Konkordant“ entstammt dem lateinischen „concordans“ von „concordare“ und bedeutet „einig sein, übereinstimmen“ (zu „cor“, „cordis“ Herz). Der Gegensatz ist „diskordant“. Ein „Konkordat“ beispielsweise ist ein Übereinkommen zwischen dem Staat und dem Papst. In der Geologie bezeichnet „Konkordanz“ die ungestörte und ununterbrochene Lagerung verschiedener Gesteinsschichten. Im Gegensatz zur Konkordanz bezeichnet Diskordanz Gesteinsschichten, die in einem Winkel aufeinandertreffen.

Eine „konkordante“ Übersetzung bemüht sich dementsprechend um eine größtmögliche Übereinstimmung zwischen dem Original und dem übersetzten Text.

Das Problem herkömmlicher Bibelübersetzungen

Vor der Entwicklung einer Methode sollten ihre exakten Ziele definiert werden. Herkömmliche Übersetzungsmethoden müssen auf Fehler analysiert werden, die ausgeschlossen werden sollen.

Läßt man einen englischen Text von zehn Menschen übersetzen, die des Englischen und der Zielsprache gleichermaßen mächtig sind, werden zehn verschiedene Texte das Ergebnis sein, die sich bei interpretationsfähigen Inhalten auch in der Aussage unterscheiden werden. Der Grund ist die subjektive Deutung des Textes, die ihre Ursache in den unterschiedlichen Erfahrungen, den bis dahin erworbenen Kenntnissen und der Persönlichkeit des Übersetzers (Herkunft, soziale Schicht, kulturelles Umfeld) hat.

Je freier eine Bibelübersetzungen daher ist, d.h. je weniger möglichst einheitlich und nachvollziehbar Wort-für-Wort übersetzt wird, desto eher wird das Ergebnis bereits eine Auslegung sein. Denn üblicherweise wird zunächst der Sinn der zu übersetzenden Bibelstelle gesucht und dann versucht, diesen Sinn in der Zielsprache wiederzugeben. Klar ist, dass bei dieser Sinnsuche die theologische Meinung des Übersetzers eine wesentliche Rolle spielt. So werden Bibeltexte an die Überzeugungen der Übersetzer angepaßt. Da es aber selbst über die wesentlichen Aussagen der Bibel unterschiedliche Ansichten gibt, unterscheiden sich die Übersetzungen auch entsprechend; das Ergebnis wird immer willkürlicher. Möglicherweise ist dennoch keine richtig, denn niemand kann von sich behaupten, Gottes Wort bis ins Detail verstanden zu haben. Die verwirrende Vielfalt an Bibelübersetzungen ist außerdem ein Missstand: An welche Übersetzung sollte man sich nun halten, besonders wenn Widersprüche auftreten? Welche trifft den Sinn des Originals am Besten? Welche spiegelt noch weitgehend Gottes Wort wieder und welche ist Menschenwort, theologische, fehlerbehaftete Interpretation?

Die konkordante Übersetzungsmethode gibt daher Übersetzern eine Systematik vor, um das Ergebnis anzugleichen und eine dem Original sehr nahe kommende Übersetzung als Ergebnis zu erhalten. Klar ist auch, was das Ergebnis nicht sein kann: eine nach rein literarischen Gesichtspunkten „schöne“ Übersetzung, die dem Genius eines einzelnen Übersetzers entspringen könnte. Die Persönlichkeit des Übersetzers muss ja gerade bei dieser Methodik in den Hintergrund rücken, da sonst keine Harmonisierung erreicht werden kann. Dieses Übersetzungsergebnis wird auch kein „geglätteter“ Text sein können, der sich genauso flüssig liest, als wäre er in der Zielsprache geschrieben worden.

Wie wird nun „konkordant“ übersetzt?

Das Prinzip und die Umsetzung der konkordanten Übersetzungsmethode

Der Leitsatz ist:

„Die Bedeutung eines Begriffs ergibt sich aufgrund seiner Verwendung an allen Stellen.“

Und so wird das umgesetzt:

  • Wichtigstes Werkzeug ist eine Konkordanz, die den zur Übersetzung nutzbaren Wortschatz der Zielsprache auf ein Minimum einschränkt. Jedes Wort des Ursprungstextes wird dabei mit allen Belegstellen aufgeführt. Durch den Vergleich der Verwendung an allen Stellen ergibt sich die Bedeutung der Begriffs, der möglichst auch mit nur einem Wort der Zielsprache übersetzt wird. Jedes Wort der Zielsprache dient dabei, wenn irgend möglich, zur Wiedergabe nur eines Ursprungsworts.

  • Wurzelverwandte Wortgruppen der Ursprungssprache werden mit wurzelverwandten Wortgruppen der Zielsprache widergegeben (z.B. chäsäd = Huld; chasad = hold sein; chasidim = die Holden; Aion = Äon, aionion = äonisch).

  • Worte, die nicht im Original zu finden sind, aber flüssiges Lesen ermöglichen, müssen als solche kenntlich gemacht werden, z.B. durch Kursiv- oder Schwachdruck.

  • Fremdworte (z.B. Kreatur, Lektion, Bistum) werden möglichst nicht verwendet, um die Verständlichkeit zu erhöhen.

Somit erklärt sich die Bibel selbst. Persönliche Interpretationen und der Einfluss wechselnder theologischer Ansichten werden weitestgehend zurückgedrängt. Das Ergebnis ist eine größtmögliche Genauigkeit.

Wird dem Leser eine Konkordanz zur Verfügung gestellt, kann einfach vom Wort der Zielsprache auf das Ursprungswort geschlossen werden. Werden außerdem die Bibelstellen angegeben, an denen der Begriff noch vorkommt und evt. eine Definition, entsteht ein äußerst wertvolles Hilfsmittel zum Bibelstudium. Der Prozess des Übersetzens wird so transparent und überprüfbar.

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Lückentheorie

Die Lückentheorie (engl. gap theory, gap creationism) behauptet, dass zwischen 1.Mose 1,1 und 1.Mose 1,2 eine zeitliche Lücke zu sehen ist, die mit dem „Tohu wa bohu“ endet. Tohu wa bohu wird dabei als Gericht in Form einer Flut betrachtet, die über eine Vorschöpfung ergangen ist. Wann und warum ist diese Theorie entstanden und was ist theologisch davon zu halten?

Thomas Chalmers (1780-1847), ein schottischer Theologe und erster Moderator in der Free Church of Scotland, ist wohl der erste Vertreter der Lückentheorie. Seine Vorstellungen wurden 1814 an der Edingburgh University aufgezeichnet. Bis zu diesem Zeitpunkt war diese Interpretation völlig unbekannt. Wie kam es dazu? 1795 hat James Hutton (1726-1797) die wissenschaftliche Sicht des Uniformalismus formuliert, die besagt, dass die Gegenwart der Schlüssel für die Vergangenheit ist (z.B. bezüglich Klima und Gesteinsbildung). Charles Lyell (1797-1875) nahm diesen Gedanken auf und entwickelte die These, dass die Erde Millionen von Jahren alt sein müsse und sich langsam und stetig bis zur heutigen Form entwickelt habe.

Kurz nach der Publikation entsprechender Werke fühlten sich Christen unter Druck gesetzt, da sie die Bibel bislang so interpretierten, dass die Erde nur wenige tausend Jahre alt sei (sog. Junge Erde Kreationismus). Chalmers, wie auch andere, suchten daher nach Wegen, um die Bibel wieder nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten akzeptabel werden zu lassen. So entwickelte sich die Lückentheorie [DB, S.58-74]. Denn in der Lücke könnte eine beliebige Zeitspanne gedacht werden und Kohleentstehung, geologische Verwerfungen, Fossilien, Dinosauerier und sogar die Entstehung des Bösen scheinbar bequem zugeordnet werden.

Zusätzlichen Aufschwung bekam die Lückentheorie durch C.I. Scofield, der in der kommentierten Scofield Bibel 1909 diese These stützte. In dem gleichen Zeitraum wurde auch „Dispensational Truth“ von Clarence Larkin veröffentlicht, der eine chaotische Erde zwischen 1. Mose 1,1 und 1.Mose 1,2 gelehrt hat. Diese Gedanken wurden auch von J.N. Darby (1800-1886) und daraufhin auch von A.E. Knoch (1874-1965) übernommen. Seitdem hat sich die Lückentheorie weit verbreitet, u.a. durch Billy Graham und John Hagee. Sicherlich wurde diese Interpretation mit lauteren Motiven entwickelt, dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob sie mit der Bibel wirklich vereinbar ist.

Verwendete Schriftstellen

Die Lückentheorie stützt sich im Wesentlichen auf folgende Bibelstellen:

  • 1.Mose 1,2 Die meisten Übersetzungen übersetzen das hebräische „Hajah“ bzw. „hahyah„, das zwischen „Erde“ und „tohu wa bohu“ steht mit „war“. Eine mögliche Übersetzungsvariante ist aber auch „werden“ im Sinne eines prozesshaften Geschehens.  Mit dieser Überlegung wird nun die Aussage verknüpft, dass die Erde vorher nicht „tohu wa bohu“ war, sondern durch ein Gericht Gottes dazu erst wurde. Vorher soll sie also prächtig gewesen sein und Bewohner gehabt haben. Diese Folgerung wirkt allerdings gewollt und künstlich, denn sie drängt sich niemandem auf, der den Text unvoreingenommen liest und auch sonst in der Bibel gibt es dazu keinerlei Hinweise (s.u.). Nirgendwo steht in der Bibel etwas über die Bewohner, die Ursache des Gerichts oder über das Gericht an sich.
    Richard Wiskin [RW, S.20] meint zudem, dass auch der grammatikalische Kontext hier eindeutig auf die Variante „war“ hindeutet. „Im Anfang schuf Elohim die Himmel und Erde“ ist ein Verbalsatzteil („schuf“ ist ein Verb, das eine Tätigkeit beschreibt). „Die Erde war tohu wa bohu“ ist aber ein Nominalsatzteil („war“ ist ein beschreibendes Verb). Werden im Hebräischen ein Verbalsatzteil und ein Nominalsatzteil mit „und“ verknüpft, wie in diesem Fall, beschreibt der Nominalsatzteil einen Zustand, der der Haupttätigkeit zeitgleich ist. Das bedeutet in diesem Kontext, dass der Zustand „tohu wa bohu“ die Erde zum Zeitpunkt der Erschaffung beschreibt. Es war so, es ist nicht so geworden.
  • Jesaja 45,18 wird so interpretiert, dass Gott die Erde nicht als tohu geschaffen haben kann, sondern in anderer Form (und zwar in einem Nu in einem herrlichen Zustand). Liest man aber genauer, sieht man, dass hier gar keine Aussage über den Ursprung getroffen wird, sondern über das Ziel Gottes mit dieser Schöpfung: Sie sollte also nicht in diesem seelenlosen Ausgangszustand bleiben, sondern bewohnbar werden. Streitpunkt war in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung von „Tohu wa bohu„, das von Vertretern der Lückentheorie ausschließlich als Chaos, also als Ergebnis einer Katastrophe interpretiert wird (denn ein tohu wollte Gott nach Jes. 45,18 nicht schaffen). Durch den Vergleich aller Vorkommen kann aber erkannt werden, dass damit geistige und geistliche Ödnis, oft verbunden mit materieller Leere, bezeichnet wird. In 1. Mose 1 ist dies ein notwendiger Übergangszustand, geprägt aber durch eine seelenlose, finstere Leere. Aber es ging ja weiter: Während alle anderen Sterne und Planeten, bei denen wir genau den gleichen Geburtsprozess auch beobachten können, in diesem Zustand des Seelenlosen und Unbelebten stehen bleiben, wurde nur die Erde mit dem Ziel der Bewohnbarkeit geschaffen.
  • Psalm 33,9 „Er (Jewe) sprach, und es geschah, Er gebot, und es stand da“. Eine allgemeine Aussage, die die Allmacht Gottes betont, wird verwendet, um zu zeigen, dass auch die (Vor-)Schöpfung nur so denkbar ist und alles in einem nu da gewesen sein muss. In der Schöpfungsgeschichte in 1.Mose lesen wir aber von einer schrittweisen Entwicklung in zumindest sechs Tagen. Pflanzen beispielsweise wuchsen langsam aus der Erde heraus und waren nicht etwa gleich ausgewachsen da (Vers 12). Wichtig ist außerdem, den Unterschied zwischen „bara“ (Schaffen aus dem Nichts bzw. Geist, V.1) und „asah“ (Zubereiten, Machen, Verändern, Entwickeln; wie z.B. in V. 16) zu beachten. Gott schuf nur vier Mal neu: die Himmel und die Erde (V.1), Wassertiere und Vögel (V.21) und Menschen (V.27) – ansonsten veränderte bzw. entwickelte Er schon Bestehendes. Man kann also durchaus von einem evolutionären Prozess reden, in dem Gott Schritt für Schritt eine bewohnbare Erde schuf (s.o.). Also ist Psalm 33,9 so zu lesen: Gott sprach und es geschah dann auch so (aber nicht unbedingt sofort).
  • Hiob 38,7 (Jubel der Söhne Gottes) wird so interpretiert, dass Jubel durch die angenommene Perfektion der „Urschöpfung“ ausgelöst wurde. Beschrieben ist dort aber die Planungs- und Entstehungsphase (Wo warst du, als ich die Erde gründete? Wer hat die Maße bestimmt? Verwandlung der Erde wie Siegelton). Hier geht es keinesfalls um den Zustand einer gedachten Urschöpfung, über die sich die Bibel sowieso völlig ausschweigt. Offensichtlich wurde der Jubel also ausgelöst, weil jene von der Bedeutung dieses Beginns wussten. Sie jubelten also, weil sie wussten, dass hier die Wohnstätte von weiteren Geschöpfen entsteht (Jes. 45,18), die allesamt Gott einmal verherrlichen werden. Auch die Boten bei der Geburt Jesu jubelten in Lukas 2,13 , weil sie, ohne es sehen zu können, wussten, dass dieses Kind Jesus einmal die Menschheit erlösen wird.
  • 2. Petrus 3,5f : Vertreter der Lückentheorie meinen, dass 2. Petrus 3,5f nicht von der Flut Noahs sprechen, sondern von „Luzifers Flut“, die die gedachte Welt der Lücke untergehen lies. Dagegen ist zu sagen, dass ausdrücklich zwischen der Erde „aus und durch Flüssigem“ in Vers 5 und der Welt in Vers 6 unterschieden wird. Die bewohnte Welt ist umgekommen, nicht aber die unbewohnte Erde. Welt ist die Übersetzung des griechischen kosmos, was Geordnetes bedeutet, also leicht als die bewohnte Welt Noahs erkannt werden kann. Noch klarer wird dies in der ersten Erwähnung dieses Ereignisses bei Petrus, knapp ein Kapitel vorher, in 2.Petrus 2,5, die davon spricht, dass die Gesellschaft zu Noahs Zeiten mit der Sintflut untergegangen ist.
  • Heb. 4,3 Im Zusammenhang mit der Schöpfung wird im NT der Begriff „katabole“ verwendet (Heb. 4,3; Joh. 17,24, Eph. 1,4 usw.). Die wörtliche Übersetzung lautet aber nicht etwa „Grundlegung“, wie es meist übersetzt wird, sondern „Herabwurf“ oder „Niederwurf“ (Strong G2609 , bzw. G2596+G906), ein sehr dynamischer Vorgang (2. Kor. 4,9; Offb. 12,10), eine nach unten gerichtete Wurfbewegung. Somit sieht man hier eine Parallele zu der angenommenen Katastrophe des tohu wa bohu, die damalige Welt soll also niedergeworfen worden sein. Diese Vermutung ist aber sehr vage: Wer oder was hat zu einem Gericht über wen geführt? Darüber schweigt sich die Bibel völlig aus. Kann es aber sein, dass es sich nur aufgrund einer möglichen Wortbedeutung um eine dunkle Andeutung über ein Geschehnis handelt, über das uns die Bibel ansonsten völlig im Unklaren lässt? Der Begriff wird außerdem nie im Zusammenhang mit einem Gericht verwendet. Es gibt vielmehr Belegstellen, die klar dagegen sprechen: Erst ab dem Niederwurf begannen überhaupt Werke Gottes, also auch die sechsstufige Entwicklung unserer Erde (Heb. 4,3), was die Idee einer Schöpfung vorher widerlegt. Auch zum Zeitpunkt des Niederwurfs macht die Bibel andere Aussagen: 2. Tim. 1,9 beschreibt, dass die Gnade der Berufung (also die Auswahl) vor allen (äonischen) Zeiten gegeben wurde. Eph. 1,4 setzt diesen Zeitpunkt mit dem Niederwurf gleich – also geschah der Niederwurf vor allen Zeiten und nicht als Reaktion auf etwas. Kata Bole wird auch verwendet, um einen Geburtsvorgang zu beschreiben, im Sinne von Niederkunft, bzw. der Befruchtung der weiblichen Eizelle durch den „nieder kommenden“ Samen, nämlich bei Sara (Heb. 11,11) – bildlich gesehen ist es also der Geburtsvorgang eines Planeten. Wörtlich kann „Herabwurf“ auch Materiekollision durch Gott beschreiben, die so etwas wie einen Urknall in Gang gesetzt hat.

Schwächen der Lückentheorie

  • Laut der Lückentheorie wurde die Erde sofort prächtig erschaffen, oft gar mit Bewohnern. Über diese Bewohner sagt die Bibel allerdings nichts. An Menschen wird meist nicht gedacht, sondern eher an Geistwesen. Fraglich ist dann aber, wie nichtkörperliche Wesen durch Wasser umkommen können.
  • Die Lückentheorie führt weiter aus, dass es einen Sündenfall gegeben haben muss, da es sonst nicht zu dem gedachten Gericht gekommen sein kann. Dagegen spricht, dass der erste in der Bibel beschriebene Sündenfall durch Adam und Eva geschehen ist.
  • Oft wird die erwiesen unbiblische Geschichte von Satan als gefallener Engel in diese Lücke gedacht und als Ursache für die angenommene Katastrophe gesehen.
  • Unsere Erde wäre der zweite Versuch, die Schöpfung in sechs Tagen in 1. Mose lediglich eine Wiederherstellung eines gescheiterten Versuchs. Daher wird die Lückentheorie auch Restitutionslehre (Wiederherstellungslehre) genannt. Ist es aber nicht unwahrscheinlich, dass eine ursprüngliche Schöpfung, die als Hauptgrundlage aller Geschöpfe und als eine Welt wunderbarster Schönheit ins Dasein gerufen wurde, mit einem einzigen, und dazu sehr kurzen Satz behandelt wird, wohingegen dann so viele (32) einem Werk gewidmet sein würden, das nur eine Wiederherstellung dieser ursprünglichen Schöpfung, also nicht die eigentliche Hauptsache gewesen wäre?
  • Die gesamte Heilsgeschichte ist die Beschreibung einer langsamen Entwicklung der Menschheit zu Gott hin, mittels schrittweisen Offenbarungen durch die Bibel und langen Lernwegen für jeden Menschen. Diesem Prinzip Gottes der Entwicklung widerspricht der Idee, dass schon am Anfang eine Vorschöpfung ob ihrer Schönheit Jubel ausgelöst hat.
  • Der unmittelbare Gesamteindruck des biblischen Berichts widerspricht der Lückentheorie. Vom Auftreten einer dämonischen Gegenmacht und der damit verbundenen Folgen ist im gesamten Schöpfungsbericht und auch sonst in der Bibel keine Rede. Eine Wiederherstellung nach einem angeblichen Gericht ist auch an keiner einzigen Stelle zweifelsfrei ausgesagt. Der Schöpfungsbericht macht stattdessen auf jeden unbefangenen Leser den Eindruck, dass er ganz einfach den geradlinigen Entwicklungsgang des Schöpfungswerkes und nichts anders berichten wolle. Die Lückentheorie verletzt damit eine wesentliche Auslegungsregel, sie widerspricht dem sensus plenior (der offensichtlichen Bedeutung des Textes) eklatant und stellt ein Hineingeheimnissen von erwünschten Ereignissen in Texten dar, die bei unvoreingenommenem Lesen anderes aussagen.
  • Das Ziel, mit dem die Lückentheorie entwickelt wurde, nämlich die Harmonisierung des biblischen Berichts mit der Theorie der alten Erde, wird nicht zufriedenstellend erreicht. Wie konnte aus dieser Urschöpfung eine so geordnete Ansammlung von Fossilien und Sedimenten als Beweismaterial für eine alte Erde erhalten bleiben, wenn es doch eine allumfassende Zerstörung gegeben haben soll? Es gibt nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auch keine Hinweise auf eine derartige Katastrophe, mithin wird diese Theorie von den meisten Wissenschaftlern nicht akzeptiert. Die Lückentheorie erklärt also wissenschaftlich wenig, schafft aber viele schwerwiegende theologischen Probleme.

Referenzen:

[RW] Richard Wiskin: Die Bibel und das Alter der Erde, Hänssler, 1996

 

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